Ganderkesee - Nach vorn und hinten rotierende Bewegungen sind bei einer Schultersteife meistens als Erstes nur noch eingeschränkt möglich. „Betroffene schaffen es plötzlich nicht mehr, sich am Rücken zu kratzen oder in den Jackenärmel zu schlüpfen“, berichtet Dr. Ralph Wallinger. Als Nächstes stellen sich Probleme beim seitlichen Anheben der Arme ein. Bei einem schweren Verlauf ist die betroffene Schulter schließlich komplett versteift.

Eine Besserung beginnt in der Regel zuerst in dem Bereich, in dem sich die Beschwerden zuletzt bemerkbar gemacht haben. Das bedeutet, dass es während des Heilungsverlaufs am längsten dauert, bis wieder weitgehende Rotationsbewegungen der Schulter möglich sind. Ob man mit einer Schultersteife zur Arbeit gehen kann, hängt nach Einschätzung von Dr. Wallinger insbesondere von der Art der Tätigkeit ab. Während ein Schreibtischjob in vielen Fällen möglich ist, sind körperlich fordernde Tätigkeiten bei einer Schultersteife tabu.

Der Verlauf einer Schultersteife lässt sich nie exakt voraussagen. Bei vielen Patienten stellt sich schon nach wenigen Wochen eine deutliche Linderung ein. Der Heilungsprozess kann aber auch viel länger dauern. Eine aktuelle Studie zeigt, dass rund sechs Prozent der ärztlich behandelten Betroffenen vier Jahre nach den ersten Symptomen noch Beschwerden hatten.