Oldenburg - Das Leben mit einer Anaphylaxie-Gefahr kann eine große Belastung für die ganze Familie bedeuten. „Aus Angst wird möglicherweise überreagiert und das normale Leben mehr als nötig eingeschränkt“, betont Maria Kaspar, Psychologin in der Kinderklinik Oldenburg. In Anaphylaxie-Schulungskursen werden die nötigen Handlungsabläufe mit den Eltern der kleinen Patienten eingeübt und besprochen, wann welche Maßnahme erforderlich ist.

Die Arbeitsgemeinschaft Anaphylaxie – Edukation und Training (AGATE) hat ein über zwei Mal drei Stunden laufendes Schulungsprogramm entwickelt und evaluiert. Die Ergebnisse waren sehr positiv und haben dazu geführt, dass einige Krankenkassen die Schulungskosten übernehmen. Im November ist der nächste Eltern-Kurs an der Kinderklinik geplant.

Antihistaminikum-Tabletten- oder Tropfen sowie Kortison, die bei zunächst leichteren Beschwerden gegeben werden, wirken allergischen Reaktionen vor allem dadurch entgegen, indem wichtige Entzündungsstoffe blockiert beziehungsweise die Entzündungen gehemmt werden. Eine Besserung stellt sich in der Regel nach 30 bis 60 Minuten ein.

Bei schweren Reaktionen, die es nicht erlauben, die Wirkung dieser Medikamente abzuwarten, sollte schnell Adrenalin eingesetzt werden. Diese Substanz wirkt schon nach wenigen Minuten und stabilisiert den Blutdruck sowie die Herzkreislauf-Funktion.