Prof. Dr. Michael P. Manns (Bild) ist Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover.
Wann ist eine Lebertransplantation erforderlich?
MannsAnlass für eine Lebertransplantation ist ein akutes Leberversagen bei einer nicht vorgeschädigten Leber oder ein chronisches Organversagen, das vor allem die Folge einer Leberzirrhose im Endstadium ist. Eine besondere Gruppe sind Patienten mit einem primären Leberkrebs, der in 90 Prozent der Fälle auf dem Boden einer bestehenden Leberzirrhose entsteht.
Was kommt bei der OP auf den Patienten zu?
MannsEs handelt sich um eine große Operation, die mehrere Stunden dauert. Zum gesamten Verfahren muss auch die Entnahme der Spenderleber gerechnet werden, die in der Regel von einem verstorbenen Menschen entnommen wird, bei dem der Hirntod von einem unabhängigen Expertengremium festgestellt wird. Herz- und Kreislauffunktion müssen dabei intakt sein.
Wie lässt sich die Zeit bis zur Transplantation überbrücken?
MannsDas ist für Patienten, Angehörige und Ärzte eine schwierige Zeit. Bei einem Leberkrebs versucht man, den Krebs mit sogenannten Brückentherapien zu behandeln, zurückzudrängen oder zumindest das Wachstum zu verhindern, während der Patient auf der Warteliste steht. Bei Hepatitis B und C werden die Patienten antiviral behandelt, um so die erneute Infektion der Spenderleber zu verhindern. Dass dies heute nahezu ausnahmslos gelingt, ist einer der größten Erfolge der Transplantationsmedizin in der jüngeren Vergangenheit.
