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Prof. Dr. Peter H. Duhm (Bild) hat unter dem Titel „Therapiesex“ den weltweit ersten Roman mit eigenen Erfahrungen über das Leben mit Prostatakrebs geschrieben.
FRAGE:
Was war Ihre Motivation für dieses Buch?
DUHM
: Ich habe dieses Buch geschrieben, weil sich bislang niemand öffentlich mit diesem für Männer so wichtigen Thema wirklich auseinandergesetzt hat. Es gibt zwar etliche Bücher über medizinische Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten von Prostatakrebs. Aus der Sicht eines Betroffenen gab es aber noch keine Veröffentlichung zum Thema Sex nach einer Prostata-Operation – auch, weil das offenbar immer noch ein gesellschaftliches Tabu-Thema ist. So sprechen zum Beispiel an Brustkrebs erkrankte Frauen in der Regel sehr viel offener als Männer über die Folgen der Erkrankung für das normale Alltagsleben.
FRAGE:
Wie ist die Resonanz auf Ihr Buch?
DUHM
: Sehr gut. Beispielsweise haben sich bereits mehrere Talk-Shows bei mir gemeldet. Das sehe ich schon deshalb positiv, weil damit eine breitere öffentliche Diskussion dieses Themas ermöglicht wird.
FRAGE:
Ist es nach einer Prostata-OP vorbei mit einem aktiven Sexualleben?
DUHM
: Nein. Es gibt eine ganze Reihe gut wirksamer Hilfsmittel, die von Gels bis zu Medikamenten oder Schwellkörper-Implantaten reichen. Aber das wissen nur sehr wenige Männer. Für viele von ihnen geht daher mit der oft ab 60 notwendigen Prostata-Entfernung ein wichtiger Lebensabschnitt zu Ende. Die Folge ist, dass beide Partner oft extrem darunter leiden, dass sie ihre Sexualität nicht mehr gemeinsam ausleben können. Entscheidend ist, dass man über alles offen mit dem Partner spricht.