Sande - Dank neuer Untersuchungsverfahren ist die sichere Diagnose einer Multiplen Sklerose inzwischen immer häufiger bereits in einem frühen Stadium möglich, betont Prof. Dr. Pawel Kermer: „Der behandelnde Facharzt nimmt dafür im Anschluss an eine genaue Schilderung der Symptome eine gründliche neurologische Untersuchung vor.“ Je nach Befund können dann weitere Diagnoseschritte wie etwa eine Untersuchung der Sehnerven nötig sein.

Vor allem, um andere Erkrankungen des Nervensystems als Verursacher ausschließen zu können, ist zudem eine Kernspintomografie sinnvoll. Für weitergehende Untersuchungen zur Aufklärung eines MS-Verdachts kann auch ein kurzer Aufenthalt in einem Krankenhaus erforderlich sein. Wichtig sei hier neben bildgebenden Verfahren, bei denen Entzündungsherde mittels eines zuvor injizierten Kontrastmittels sichtbar gemacht werden können, insbesondere die Entnahme von Nervenwasser. Denn in dieser auch als Liquor bezeichneten, körpereigenen Flüssigkeit sind bestimmte Eiweiße und Zellen nachweisbar, die wiederum ein Hinweis auf MS-typische Entzündungsformen im zen­tralen Nervensystem sind.

Trotz verbesserter Untersuchungsverfahren kann es mitunter Monate und Jahre bis zu einer eindeutigen Diagnose dauern. Zudem können erste Symptome bei einem milden Verlauf wenig belastend sein und schnell wieder verschwinden. Dessen ungeachtet sollte man erste Anzeichen zeitnah abklären lassen.