Der Dipl.-Sozialwissenschaftler und Mitarbeiter von Pro Familia Oldenburg Jens Brodauf (Bild) führt im Rahmen der Schulklassenbetreuung auch Sexualberatungen für Jugendliche durch.

Stimmt es, dass die Sexualreife bei Mädchen meistens früher als bei Jungen einsetzt?

BrodaufJa, meistens ist das so. Äußerlich sichtbare Merkmale sind bei Mädchen vor allem eine Veränderung der körperlichen Proportionen inklusive des Brustwachstums. Bei Jungen ist das der einsetzende Bartwuchs und im weiteren Verlauf der Stimmbruch.

Gibt es Folgen für die körperliche Leistungsfähigkeit?

BrodaufSicher ist, dass viele Jugendliche morgens schwer zur ersten Schulstunde passend aus dem Bett kommen. Zudem ist es so, dass neben dem Körper auch die Motorik mitwachsen muss, was sich auf die täglichen Bewegungen und Sport auswirkt. Das gelegentlich ungelenke Auftreten führt oft dazu, dass Jugendliche unabhängig vom Geschlecht mit ihrem Aussehen hadern – auch, da dieses nicht dem Idealbild entspricht, das sie aus den Medien kennen.

Wie können Eltern helfen?

BrodaufErst einmal gehört es zur Pubertät, das man vermehrt eigene Wege geht und sich von den Eltern löst, womit diese oft mehr Probleme als die Jugendlichen haben. Gut ist, wenn die Eltern stets ein offnes Ohr anbieten. was nur begrenzt etwas mit Kontrolle zu tun hat. Dabei ist das Thema Körper und Sexualität für viele Eltern schwierig. Wenn dies so ist, müssen sie darüber nicht selbst mit ihrem Kind reden. Manchmal sind andere dafür besser geeignet.