Prof. Dr. Claus-Dieter Heidecke (Bild) ist 1. Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV).
Leiden in Deutschland immer mehr Menschen an der Refluxkrankheit?
HeideckeSodbrennen gehört zu den häufigsten Beschwerden in Deutschland. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung klagt im Laufe eines Jahres darüber. Davon haben mindestens 25 Prozent mindestens einmal pro Woche Sodbrennen, zehn Prozent sogar täglich. Bei 60 bis 90 Prozent der Betroffenen sind die Beschwerden chronisch, bestehen also über Jahre. Die epidemiologischen Daten sprechen für alle Manifestationsformen für eine Zunahme der GERD-Inzidenz. Man geht derzeit bundesweit von etwa acht Millionen Refluxkranken aus.
Was kann man zur Prävention beitragen?
HeideckeBestimmte Lebensgewohnheiten fördern den sauren Reflux. Ihre Änderung kann Sodbrennen vermeiden oder den Medikamentenbedarf senken. So sollte zum Beispiel das Kopfende des Bettes erhöht werden. Dabei muss nicht nur der Kopf, sondern der gesamte Oberkörper um etwa 15 bis 20 Prozent hochgelagert werden. Zudem sollte man auf Nahrungsmittel verzichten, die häufig Sodbrennen verursachen.
Welche Rolle spielt die Stressvermeidung?
HeideckeDurch stressabbauende Verfahren wie etwa Hypnose kann das Sodbrennen bei einzelnen Patienten gebessert werden. Eine begleitende, individualisierte Stressmanagement-Beratung optimiert zusätzlich das Befinden und die Belastbarkeit der Betroffenen. Mittels verschiedener Lifestyle-Maßnahmen lassen sich Reflux-Symptome um mehr als 50 Prozent reduzieren.
