Dortmund - „Wir beobachten einen deutlichen Trend, dass psychische Erkrankungen immer häufiger der Grund für ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben sind“, berichtet Jörg Feldmann, Sprecher der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Auch habe die Zahl der Krankheitstage aufgrund der Diagnose psychischer Probleme deutlich zugenommen.
Das Ganze habe sehr unterschiedliche Gründe, erklärt Feldmann: „Zum einen sind die psychischen Arbeitsanforderungen seit Mitte der 1990er Jahre angestiegen und haben sich auf einem hohem Niveau stabilisiert. Zum anderen sind viele Beschäftigte und auch Ärzte zunehmend sensibilisiert für entsprechende Beschwerden.“ Dabei könnten die Ursachen bei vielen Betroffenen nicht nur im beruflichen, sondern auch im privaten Bereich liegen.
Anders als noch vor 20 oder 30 Jahren scheuen sich viele Betroffene heute nicht mehr, über ein psychisches Problem zu sprechen und Hilfe bei einem Arzt zu suchen. „Unser jüngst erstellter Stress-Report zeigt, dass sich viele Mitarbeiter vor allem durch Termin- und Leistungsdruck belastet fühlen“, betont Jörg Feldmann.
Als weitere wichtige Stressfaktoren würden bei der Untersuchung auch Störungen und Arbeitsunterbrechungen genannt. Nicht zuletzt sei auch das sogenannte Multitasking, bei dem man mehrere unterschiedliche Dinge gleichzeitig erledigen muss, ein großes Problem für viele Mitarbeiter.
