Der Sozialpädagoge und Sozialberater Jürgen Becker (Bild) ist hauptamtlicher Mitarbeiter des Blinden- und Sehbehindertenverbands Niedersachsen im Regionalverein Oldenburg.

Welche Menschen gelten als blind?

BeckerHierfür gibt es mehrere Kriterien. Grundsätzlich gilt, dass man nach dem Gesetz als blind eingestuft wird, wenn man mit Sehhilfe auf dem besseren Auge höchstens zwei Prozent Restsehfähigkeit erreicht. Ein weiteres Kriterium ist zum Beispiel ein stark eingeschränktes Gesichtsfeld. Die Feststellung, ob jemand blind ist, wird von unabhängigen medizinischen Fachleuten getroffen. Im Raum Oldenburg werden in der Regel die Augenärzte aus dem Pius-Hospital vom Landesversorgungsamt mit einer Begutachtung beauftragt.

Was können blinde Menschen wahrnehmen?

BeckerVon Sehen kann man dabei nicht sprechen. In der Regel ist nur noch eine grobe Unterscheidung zwischen hell und dunkel oder die Wahrnehmung von Schatten möglich. Je nach Erkrankungsart können die Betroffenen sehr unterschiedliche Dinge in ihrer Umwelt wahrnehmen.

Wie können sich blinde Menschen im Alltag orientieren?

BeckerJeder Betroffene geht mit seiner Blindheit oder starken Sehbehinderung anders um. Dessen ungeachtet gibt es spezielle Orientierung- und Mobilitätsschulungen, bei denen man mit einem weißen Langstock und einer besonderen Schulung des Gehörs lernt, sich zu orientieren und bestimmte Wege allein gehen zu können. Mit dem Langstock ist es möglich, die Umgebung zu ertasten. So kann man mit etwas Übung feste Bezugspunkte wie etwa eine Bushaltestelle auch allein erreichen.