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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Wissenschaft: Technologie für gutes Hören

13.11.2012

Oldenburg Wissenschaftliche Studien zeigen, dass rund 0.5 Prozent der Neugeborenen mit einem Hörfehler zur Welt kommen. Der Alterungsprozess und für das Ohr schädliche Umwelteinflüsse wie insbesondere Lärm sorgen dafür, dass etwa jeder zweite 65-Jährige so viel an Hörleistung verloren hat, dass er sehr stark von einem Hörgerät profitieren würde. Bis zum 70. Lebensjahr steigt dieser Anteil auf etwa 60 Prozent an, wobei Männer und Frauen nahezu gleich häufig betroffen sind.

Vor allem Männer warten oft viel zu lange, bis sie sich ihr Hörproblem eingestehen und Hilfe in Anspruch nehmen, berichtet Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, Wissenschaftlicher Leiter des Hörzentrums Oldenburg und des Exzellenzclusters „Hearing 4 all“ an der Universität Oldenburg: „Um so schlechter der für das Hörvermögen verantwortliche Gehirnbereich trainiert ist, desto länger dauert es, die verloren gegangene Hörleistung mit Hilfe eines Hörgeräts wiedererlangen zu können.“ Schon aus diesem Grund sollte man sein Gehör ab einem gewissen Alter in regelmäßigen Abständen testen lassen. Den beim Hörzentrum Oldenburg per Telefon möglichen Hörtest nutzen deutlich mehr Frauen als Männer.Die Frauen sind im Schnitt rund zehn Jahre jünger.

Multimedia-System

Moderne Hörgeräte sind nicht nur sehr viel leistungsfähiger als Vorgängermodelle. Die neueste Gerätegeneration funktioniert zudem wie ein Multimedia-System, das viel mehr kann als das Hörvermögen über eine Verstärkung der Lautstärke zu verbessern. Neue binaurale Hörgeräte bedeuten einen Quantensprung für die Hörqualität. Diese vom Team um Prof. Kollmeier in Oldenburg entwickelte Technologie lindert vor allem das Problem, das der sogenannte Störschall für schwerhörige Menschen mit sich bringt. Der Grund ist, dass man mit den gängigen Hörgeräten zwar die Lautstärke passend zum vorhandenen Hörvermögen regulieren kann, aber keine Lösung für die Wechselwirkung gefunden hat, die durch gleichzeitig aus verschiedenen Richtungen aufgenommene Schallwellen erzeugt wird.

Das binaurale – also zweiohrige –Hören sorgt normalerweise dafür, dass die Schallwellen von beiden Ohren aufgenommen, über die Nervenbahnen geleitet und im Gehirn miteinander verrechnet werden. So kann letztlich die zur Quelle passende Hörinformation erkannt werden, die zum Hervorheben des gewünschten Gesprächs genutzt wird. Ein binaurales Hörgerät unterstützt oder ersetzt sogar diese bei Schwerhörigen oft verloren gegangene Funktion durch einen in das Gerät eingebauten Mini- Hochleistungscomputer, der die Informationen von beiden Ohren ähnlich gut verarbeiten kann wie das Gehirn. So können zugleich empfangene Signale wieder in verständliches Hören umgesetzt werden.

Sehr guter Effekt

Die dadurch erzielte Verbesserung im Störschall und im Nachhall ist mit im Labor getesteten Prototypen bereits ermöglicht worden, benötigt bis zur Marktreife aber noch einige Zeit, berichtet Prof. Kollmeier: „Auch die aktuell verfügbaren intelligenten Hörgeräte erzielen schon einen sehr guten Effekt, indem sie sich in kürzester Zeit automatisch auf die Richtung einstellen, aus dem die Schallquelle kommt.“ Meistens werde die Hörinformation dann aber nur über das Ohr aufgenommen, das noch über die bessere Aufnahmequalität verfügt.

Das Hauptproblem für eine künstlich wiederhergestellte Wechselwirkung von Ohr zu Ohr ist derzeit noch die dafür erforderliche hohe Übertragungsgeschwindigkeit. Die notwendige Leistungsfähigkeit des angeschlossenen Prozessors ist mit einem vergleichsweise hohen Stromverbrauch verbunden, für den die aktuell verfügbaren Hörgerätebatterien in Dauerbetrieb nicht ausreichen, erklärt Prof. Kollmeier: „Man könnte entsprechende Hörgeräte schon heute einsetzen, hätte dann aber das Problem, dass die Batterien schon nach wenigen Stunden ausgetauscht werden müssten.“ Der Oldenburger Wissenschaftler geht aber davon aus, dass sich dieses Problem – ähnlich wie bei Elektrofahrzeugen – bereits in naher Zukunft mittels einer optimierten Batterien-Generation und besserer Sendetechnik lösen lässt.

Die Ohrensind als Sinnesorgan dafür zuständig, in der Umgebung erzeugte Schallwellen aufzunehmen und über spezielle Nervenbahnen an das Gehirn weiterzuleiten. Bei einer ungestörten Aufnahme gelangen die Informationen automatisch zum zuständigen Bereich des Gehirns. Dort werden sie zu einem Hörsignal verarbeitet, das der Quelle entspricht, erklärt Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier: „Es ist tatsächlich so, dass das Hören zwischen den Ohren stattfindet.“

Das Hörgerät kann zwei Probleme lösen, die mit einer Schwerhörigkeit verbunden sind. Zum Einen kann es für eine Verstärkung der Lautstärke sorgen. Darüber hinaus ermöglicht die neue binaurale Technik, dass das Gehirn wieder in die Lage versetzt wird, auch unterschiedliche Schallwellen zu verarbeiten, die gleichzeitig mit beiden Ohren aufgenommen werden. Die Zukunft bietet ganz neue Perspektiven, so Kollmeier: „Das Tragen eines Hörgeräts kann dann cool sein, weil man es etwa von einem direkt im Ohr getragenen Handy nicht mehr unterscheiden kann.“

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