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Dehydratation Trinkplan gegen Austrocknung

Klaus Hilkmann

Bremen - Ältere Menschen müssen vor allem darauf achten, ihren Körper ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen. Der Organismus gibt über Ausscheidungen aus dem Magen-Darm-Trakt und der Niere sowie über die Lunge und die Haut ohnehin andauernd automatisch Flüssigkeit ab.

Bei großer Hitze erhöht sich die Flüssigkeitsabgabe auch ohne größere körperliche Anstrengungen etwa über die Atmung und die Transpiration, was jeder selbst an einer vermehrten Schweißerzeugung bemerken kann. Auch die Einnahme von Medikamenten kann die Abgabe von Flüssigkeit steigern. Das gleiche gilt für Nierenprobleme oder Erkrankungen, die mit Durchfall, Erbrechen oder Fieber verbunden sind. Nicht zuletzt wird bei körperlicher Aktivität vermehrt Flüssigkeit abgegeben. Wer an heißen Tagen körperlich arbeitet oder Sport treibt, muss zum Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts besonders viel trinken.

1,5 bis zwei Liter pro Tag

Bei älteren Menschen kommt erschwerend hinzu, dass ihnen mehr und mehr das Durstempfinden verloren geht. „Der Flüssigkeitsmangel bleibt oft so lange unbemerkt, bis der Betroffene dehydriert“, berichtet Dr. Amit Choudhury, Direktor der Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation im Klinikum Bremen-Nord. Wenn der Körper regelmäßig mehr Flüssigkeit abgibt, als ihm wieder zugeführt wird, trocknet er nach und nach aus. Normalerweise benötigen Erwachsene 1,5 bis zwei Liter Flüssigkeit am Tag, um eine Mangelversorgung zu verhindern. An heißen Tagen kann sich der Bedarf deutlich erhöhen. Zur leichteren Kontrolle der Versorgung empfiehlt Dr. Choudhury seinen Patienten einen täglichen Trinkplan, dessen Einhaltung per Checkliste überprüft wird.

Wasser ist generell nicht nur der beste Durstlöscher, sondern eignet sich auch am besten zur Regulierung des Flüssigkeitshaushalts. Auch isotonische Getränke sind empfehlenswert, weil man mit ihnen einen Mangel an Blutsalzen vorbeugen kann. Kaffee und vor allem alkoholische Getränke entziehen dem Körper dagegen Flüssigkeit. So setzt die Zufuhr von Alkohol einen Prozess in Gang, bei dem die Ausschüttung eines bestimmten Hormons gehemmt wird, was in der Niere dazu führt, dass weniger Flüssigkeit rückresorbiert wird. Zudem wirkt sich Alkohol negativ auf die Zusammensetzung der Blutsalze aus.

Ein zu niedriger Natriumspiegel führt zu Mangelerscheinungen in den Zellen. Durch eine Störung des Blutsalze-Haushalts gerät vor allem die Verteilung der Flüssigkeiten in den einzelnen Körperregionen in Unordnung. Eine häufig mit einem Flüssigkeitsmangel verbundene Fehlregulation der Blutsalze kann unter anderem die Dehydratation (Austrocknung) oder einen medizinisch auch als Synkope bezeichneten Kreislaufkollaps begünstigen. Betroffenen geht es nach einer umgehenden Versorgung mit Flüssigkeit und einer Kochsalz-Infusion meistens schon nach kurzer Zeit sehr viel besser, so Dr. Choudhury: „Sobald die Defizite ausgeglichen sind, kommen die Patienten wieder auf die Beine.“

Oft niedriger Blutdruck

Erste Warnzeichen einer drohenden Dehydratation kann man an trockenen Schleimhäuten, stehenden Hautfalten und einem niedrigen Blutdruck erkennen. Dazu können später oft mit Schwindelgefühlen verbundene Kreislaufprobleme kommen. In schlimmen Fällen erleiden Betroffene einen Kreislaufkollaps bis hin zur Ohnmacht. Wenn es noch nicht so weit gekommen ist, können schon einfache Maßnahmen helfen, wobei die schnelle Zufuhr von Flüssigkeit am wichtigsten ist. Zudem braucht der Betroffene Ruhe und Zuspruch. Zusätzlich belastende Faktoren wie vor allem der Aufenthalt in der Sonne sollten sofort abgestellt werden.

Bei einer Bewusstlosigkeit gilt stets Alarmstufe rot. „Nicht nur bei älteren Betroffenen sollte dann sofort der Notarzt alarmiert werden“, betont Dr. Choudhury. Auch wenn sich insbesondere ein älterer Betroffener nur schwer erholt und sich trotz Flüssigkeitsausgleich sowie Schonung noch längere Zeit stark geschwächt fühlt, sei ein Arztbesuch sinnvoll, um auf der sicheren Seite zu sein. Der Arzt versorgt den Patienten im Fall einer schweren Dehydratation in der Regel mit einer oral oder intravenös gegebenen Flüssigkeitslösung, die schnell einen Ausgleich der Mangelversorgung bewirkt.

Bei der ärztlichen Behandlung einer Dehydratation müssen dem Patienten je nach Ausprägung der Austrocknung mitunter mehrere Liter Flüssigkeit zugeführt werden. Die Versorgung erfolgt in der Regel über einen mit der Vene verbundenen Tropf. Die Patienten erholen sich dann meistens sehr schnell, berichtet Dr. Amit Choudhury: „Auch ältere Menschen können oft binnen weniger Tage wieder nach Hause gehen, wenn keine andere Erkrankung dagegen spricht.“

Mit der isotonischen, der hypertonen und der hypotonen Dehydratation werden drei verschiedene Formen der Austrocknung unterschieden. Wesentliche Ursache ist bei allen drei Formen eine mangelhafte Flüssigkeitsversorgung des Körpers. Während die hypertone Form infolge von Wassermangel ohne Salzverlust entsteht, ist eine übermäßige Ausscheidung von Blutsalzen für die hypotone Dehydratation verantwortlich. Bei der isotonen Form bleibt das Verhältnis von Wasser und Salz unverändert. Betroffene leiden zugleich unter einer unzureichenden Wasser- und Natriumversorgung

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