Die Mutter und Krankenschwester Jenny Thormann (Bild) lebt seit zwei Jahren ohne Bauchspeicheldrüse.

Wie geht es Ihnen?

ThormannInzwischen geht es mir den Umständen entsprechend gut. Das war zunächst ganz anders – auch, weil vor der Operation nicht klar war, dass die Bauchspeicheldrüse so stark geschädigt ist, dass sie entfernt werden muss. Für mich war das natürlich erst einmal ein Schock.

Wie haben Sie den Weg zurück ins normale Leben geschafft?

ThormannDas war zunächst sehr schwer, weil sich nach der OP ein Diabetes und Probleme mit der Fettverdauung eingestellt haben. Zudem habe ich massiv an Gewicht verloren, was einen enormen Kraftverlust zur Folge hatte. Ich habe dann aber in der Anschlussheilbehandlung und später mithilfe der Ärzte und Therapeuten nach und nach gelernt, besser mit der Problematik zurecht zu kommen. Wichtig ist vor allem auch die Unterstützung zu Haus durch meine Familie.

Welche Alltagsprobleme bringt die Organentnahme mit sich?

ThormannIch musste mich umstellen und Einschränkungen bei der Ernährung akzeptieren, weil sich die Verdauungssituation verändert hat. Ein großes Problem ist der instabile Diabetes. Mein Körper kann weder Insulin noch Glukagon produzieren, sodass keine eigenständige Blutzuckerregulierung möglich ist. Als Folge kommt es immer wieder zu starken Blutzuckerschwankungen, die auch die körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und somit den Alltag zu Haus und im Beruf deutlich erschweren.