Prof. Dr. Julia Weinmann-Menke (Bild) ist Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN).

Wann ist eine Dialyse nötig?

Weinmann-MenkeIst ein Großteil der Nierenfunktion verloren, kann eine Entgiftung und Entwässerung des Körpers nur durch eine Nierenersatztherapie sichergestellt werden. Neben einer Nierentransplantation stehen hier die Hämodialyse (Blutwäsche) und die Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse) zur Verfügung. Die Entscheidung, ob und zu welchem Zeitpunkt die Nierenersatztherapie beginnt, entscheidet der Patient individuell gemeinsam in enger Absprache mit dem Arzt.

Was empfiehlt die DGfN?

Weinmann-MenkeMit der Dialyse zu beginnen, wenn die Nierentätigkeit so weit abgesunken ist, dass dies zu Beschwerden führt – wie Kurzatmigkeit, deutliche Wassereinlagerungen sowie Veränderungen im Säure-Basen-Haushalt mit der Gefahr von Herzrhythmusstörungen.

Kann eine Dialyse-Pflicht auch vorübergehend sein?

Weinmann-MenkeOb sich geschädigte Nieren an der Dialyse wieder erholen, hängt von der Ursache für das Nierenversagen ab. Ein akutes oder plötzliches Nierenversagen ist häufig vorübergehend, sodass sich die Nierenfunktion meistens wiederherstellen lässt. Wenn die Schädigung der Nieren wie bei chronischen Nierenerkrankungen allerdings über mehrere Jahre kontinuierlich fortschreitet, erholen sich die Nieren in der Regel nicht mehr. Ist das Endstadium einer chronischen Nierenkrankheit erreicht, gilt diese als unumkehrbar.