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Urlaub mit Krebs Kraft und Lebensmut tanken

Klaus Hilkmann

Varel - Mit einer guten Vorbereitung und einigen gesundheitsfördernden Verhaltensregeln im Gepäck spricht auch für Menschen mit einer Krebserkrankung nichts gegen eine Urlaubsreise. Um auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen Fachgesellschaften insbesondere vor längeren Reisen mit weit entfernten Zielen, mögliche Risiken vorab mit dem Hausarzt bzw. dem behandelnden Onkologen zu besprechen. Dabei sollte auch abgeklärt werden, wie die Therapie während der Urlaubszeit fortgesetzt werden kann, welche Medikamente mitgenommen werden müssen sowie was bei Transport und Lagerung der mitunter höchst empfindlichen Wirkstoffe zu beachten ist.

„Grundsätzlich gilt, dass alles erlaubt ist, was zur Genesung beiträgt und den Heilungsprozess nicht verzögert“, schreibt das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) in der Helmholtz-Gemeinschaft in einer aktuellen Mitteilung. Für Krebspatienten sollte auch während einer Krankschreibung stets das im Vordergrund stehen, was dem Wohlbefinden gut tut. Für die Alltagsgestaltung am Heimatort bedeutet das unter anderem, dass man ohne schlechtes Gewissen in der Natur spazieren gehen oder mit dem Fahrrad unterwegs sein darf.

Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands können auch ohne Information der jeweils zuständigen Krankenkasse sowie des Arbeitgebers angetreten werden. Auslandsreisen müssen dagegen vorab von der Krankenkasse genehmigt werden, weil diese ansonsten die Zahlung des Krankengeldes einstellen könnte.

Frühzeitig informieren

Vor Antritt der Urlaubsreise sollte sichergestellt sein, dass man über eine Reisekrankenversicherung verfügt, die im Bedarfsfall auch im Ausland alle medizinischen Leistungen abdeckt. Wer für mehrere Wochen unterwegs ist, sollte sich zudem frühzeitig über medizinische und ärztliche Versorgungsmöglichkeiten am Reiseziel informieren. Das gilt vor allem, wenn die Therapie auch am Urlaubsort regelmäßige Untersuchungen etwa des Blutbildes oder anderer Parameter erfordert.

Wie sich ein Ausflug aus dem normalen Alltag gesundheitlich auswirkt, kann man gerade bei Krebs-Patienten nie voraussehen, da die gesundheitlichen Folgen einer Tumorerkrankung je nach Art und Verlauf sehr unterschiedlich sein und von Tag zu Tag variieren können.. Sicher ist, dass eine Krebstherapie fast immer mit erheblichen körperlichen und seelischen Belastungen verbunden ist. Bei vielen Patienten ist der Akku nach einer Operation bzw. einer Chemo- und/oder Strahlentherapie komplett leer, berichtet Jens Wagenknecht, niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin mit Praxis in Varel:

Weniger leistungsfähig

„Ein Urlaub kann dann oft helfen, in einem angenehmen neuen Umfeld wieder Lebensmut und Kraft zu gewinnen.“ Genau könne sich letztlich auch positiv auf die Genesung auswirken. Wie gut dies gelingt, hängt nicht zuletzt von der individuellen Urlaubsplanung ab. „Man kann durchaus etwas unternehmen, sollte sich aber nicht zuviel zumuten“, betont Jens Wagenknecht. Bei körperlichen Aktivitäten müsse bedacht werden, dass der Organismus geschwächt ist. „Menschen mit einer Krebserkrankung sind körperlich ganz einfach weniger leistungsfähig als gesunde.“ Um so wichtiger sei es, genau auf Warnsignale des Körpers zu achten: „Entscheidend ist, das richtige Maß zu finden und sich bei aller Freude an neuen Erlebnissen auch einmal eine Pause zu gönnen.“

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