VECHTA - Eine Hörverschlechterung kann auch noch nach der Geburt auftreten. Mögliche Ursachen sind unter anderem bakterielle Hirnhautentzündungen oder Mittelohrentzündungen. Damit aus der oft nur vorübergehenden Hörschädigung keine dauerhafte wird, sollte man im Verdachtsfall einen HNO-Arzt zu Rate ziehen.
Besondere Vorsicht ist auch bei Risikogeburten geboten. Das Hörfehler-Risiko sei bei zu früh geborenen Kindern höher, betont der Chefarzt der Kinderklinik Vechta, Dr. Jürgen Holtvogt. In dem Perinatalzentrum für Frühgeborene im Marienhospital Vechta ist ein interdisziplinäres Kinderärzte-Team auf alle (Problem)-Fälle vorbereitet. Damit nach der Geburt alles möglichst reibungslos verläuft, empfiehlt Chefarzt Dr. Holtvogt werdenden Müttern bei drohenden Komplikationen frühzeitig in die Geburtsklinik nach Vechta zu kommen. „Dort stehen bei einer schwierigen Geburt in kurzer Zeit Spezialisten aus allen Fachgebieten zur Verfügung.“ Pro Jahr kommen dort zwischen 450 und 500 „Frühchen“ lebensfähig zur Welt – einige von ihnen 14 bis 16 Wochen vor dem normalen Geburtstermin und mit einem Gewicht unter 1500 Gramm.
Neben dem neuen Neugeborenen-Hörtest werden seit Jahren wenige Tage nach der Geburt weitere Screening-Untersuchungen durchgeführt. Mit ein paar Tropfen Blut können die Kinderärzte zum Beispiel eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion erkennen, die zu bleibenden Gehirnschäden führen kann. Anders als bei dem Hörtest müssen die Ärzte auf die Ergebnisse der Blutuntersuchung einige Tage warten. Die Säuglings-Blutproben werden landesweit von einem Labor in Hannover ausgewertet.
