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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Mangelernährung Bei Krebs: Wenn der Körper schwach wird

09.04.2019

Vechta Die Gründe für eine Mangelernährung können bei Menschen mit einer Krebserkrankung vielfältig sein. So kommt es häufig vor, dass sich zum Beispiel Appetitlosigkeit, sehr unangenehme Geschmacksveränderungen oder Mundtrockenheit als Nebenwirkung der Krebstherapie einstellen. Zusätzlich kann der Organismus mit Übelkeit, Durchfall und Erbrechen auf die Nahrungsaufnahme reagieren. Die Deutsche Krebsgesellschaft schätzt, dass 30 bis 80 Prozent der Krebspatienten früher oder später betroffen sind.

Bei Tumoren im Hals- oder Kopfbereich kann es durch die bösartige Geschwulst zu Schluckbeschwerden kommen, die jede Mahlzeit erschweren. Tumoren im Magen-Darmbereich können Resorptionsstörungen verursachen. Nicht zuletzt kann der Tumor selbst eine immer weiter fortschreitende Auszehrung des Körpers begünstigen.

Diese medizinisch als Kachexie bezeichnete Begleiterscheinung einer Krebserkrankung führt zu einer Verschlechterung der Konstitution des Betroffenen. Die Kachexie ist nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft nach der Sepsis die zweithäufigste Todesursache bei Krebspatienten.

Starker Gewichtsverlust

Eine Mangelernährung bei Krebspatienten macht sich insbesondere durch einen starken Gewichtsverlust bemerkbar, bei dem die Betroffenen mitunter schon nach kurzer Zeit etliche Kilogramm verlieren. Das Problem tritt besonders oft bei Patienten mit Tumoren im Mund-, Hals-, Magen- oder Darmbereich auf, da für sie die Essensaufnahme durch die Erkrankung erschwert wird. Auch bei anderen Krebserkrankungen kommt zumeist erschwerend hinzu, dass die Therapie selbst appetit- und kraftraubend ist.

Für Krebspatienten könne bei der Lebensqualität und auch der Lebenserwartung (mit)-entscheidend sein, dass eine Mangelernährung möglichst frühzeitig erkannt und qualifiziert behandelt wird, betont Dr. Volker Meister, Chefarzt der Abteilung für Onkologie, Gastroenterologie und Innere Medizin am St.-Marienhospital Vechta: „Die Ernährungsmedizin ist daher gerade bei Krebspatienten sehr wichtig.“

Krebspatienten werden bereits bei der Aufnahme ins St.-Marienhospital auch zu ihrer aktuellen Ernährung und der Entwicklung ihres Gewichts befragt, berichtet Dr. Meister: „Auf diese Weise können wir anhand eines internationalen Punktesystems feststellen, ob der Patient in eine Risikogruppe gehört und umgehend eine entsprechende Therapie einleiten.“ In enger Zusammenarbeit mit kooperierenden Facharztpraxen werde auch die ambulante Behandlung sichergestellt. Im St.-Marienhospital wurde eigens eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe Mangelernährung gegründet, an der neben Ärzten und Pflegekräften auch Diätassistentinnen und Ernährungsberaterinnen mit einem Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beteiligt sind.

Therapie früh beginnen

Welche Therapie am besten geeignet ist, einer Mangelernährung und einer Tumorkachexie entgegenzuwirken, ist je nach Krebsart und Patient unterschiedlich. Die Deutsche Krebsgesellschaft empfiehlt, den frühzeitigen Beginn einer geeigneten Behandlung, da dies auch wichtig für die Krankheitsprognose sein könne. Einer Mangelernährung kann demnach mittels einer guten ernährungstherapeutischen Betreuung sowie individuell erstellten Konditionierungskonzepten im besten Fall soweit entgegengewirkt werden, dass sich die negativen Folgen zumindest eindämmen lassen.

Oftmals müsse – etwa bei Schmerzen oder Übelkeit – bei den sekundären Ursachen der Mangelernährung angesetzt werden, um die Nahrungsaufnahme auf normalem Weg erleichtern zu können. Außerdem kann vor allem bei einer Operation zeitweise eine künstliche Ernährung erforderlich sein.

NWZonline.de/gesundheit
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