VECHTA - Vor knapp neun Monaten hat sich das Leben von Ludger Sonntag völlig verändert. „Am 27. Juli 2009 fiel ich mit einem schweren Herzinfarkt ins Koma“, berichtet der heute 57-jährige. Als Folge wurde seine linke Herzkammer zerstört. Die zunächst behandelnden Ärzte im Krankenhaus seines Heimatortes Vechta hätten nichts mehr für ihn tun können. Seine letzte Chance sei die Weiterbehandlung in der Herzchirurgie im Klinikum Oldenburg gewesen.

Dort sei schnell klar geworden, dass es für ihn nur zwei Überlebenschancen gab: Eine Transplantation oder den Einbau eines sogenannten HeartMate II Systems – einem erst seit wenigen Jahren verfügbarem Gerät, das die Funktion eines echten Herzen übernehmen kann. Da er selbst im Koma lag, entschied sich seine Frau für den Einbau des „Herzkumpels“, wie das Pumpsystem ins Deutsche übersetzt heißt.

„Für mich war das die Rettung, weil kein geeignetes Transplantionsorgan zur Verfügung stand“, berichtet Sonntag.

Der Weg zurück ins Leben sei nach der Herz-Operation erfolgreich gewesen. Sein geschwächter Körper habe sich nach und nach erholt. Gut drei Wochen nach der Anfang August erfolgten OP habe er erstmals das Krankenbett verlassen können.

Nach einer sechswöchigen Rehabilitation war Sonntag wieder so weit hergestellt, dass er im November 2009 nach Hause konnte.

Inzwischen kann der ehemalige Schulhausmeister – dank des „Herzkumpels“ – wieder fast normal leben. „Ich arbeite gern im Garten und fahre auch wieder Fahrrad und Auto“, berichtet Sonntag.