Oldenburg - Der gut erkennbare weiße Blindenstock ist ein Verkehrsschutzzeichen, das Rücksicht von den anderen Verkehrsteilnehmern einfordert. Im Alltagsleben sind für blinde oder stark sehbehinderte Menschen viele Situationen schwierig, die Sehenden ganz normal und einfach erscheinen. Das gilt etwa für den Einstieg mit vielen anderen in einen Bus oder wenn es plötzliche Veränderungen auf einem bekannten Weg gibt, erklärt Jürgen Becker: „Zum Beispiel können Mülltonnen sowie ein Fahrrad oder ein geparktes Auto auf dem Gehweg ein gefährliches Hindernis sein.“ Das gelte aber nicht nur für blinde Menschen, sondern auch für Frauen mit Kinderwagen oder ältere Menschen mit einem Rollator.

Wer einen Blindenhund haben möchte, muss neben der Erblindung oder schweren Sehbehinderung auch nachweisen, dass das Tier artgerecht gehalten werden kann. Zudem muss vorher ein Orientierungs- und Mobilitätstraining mit dem weißen Langstock absolviert werden. Wenn all das gegeben ist, kann der Augenarzt einen Blindenführhund verordnen, dessen Kostenübernahme bei der Krankenkasse beantragt wird. Der Hund ist zwar in einer speziellen Führhund-Schule auf seine Aufgaben vorbereitet und beherrscht in der Regel bereits 20 bis 30 relevante Kommandos. Wie gut das Gespann harmoniert, ergibt sich aber daraus, wie gut der Halter permanent mit dem Hund trainiert.