Oldenburg - Im Zuge der Therapie kann es bei verschiedenen Krebsarten erforderlich sein, dass der Patient für einige Zeit künstlich ernährt wird. Das kann zum Beispiel nach einem Tumoreingriff an der Bauchspeicheldrüse, im Magen-Darmtrakt oder im HNO-Bereich unumgänglich sein, weil der operierte Bereich erst abheilen und geschont werden muss. Möglich ist dann eine sogenannte parenterale Ernährung über die Vene oder die enterale Ernährung, bei der die benötigte Kalorienmenge über eine Sonde direkt in den Magen oder den Dünndarm geleitet wird. Wenn nötig, kann so der gesamte Ernährungs- und Flüssigkeitsbedarf gedeckt werden.

Bei den meisten Patienten ist einige Wochen nach der Krebs-OP die Umstellung auf eine normale Ernährung möglich, berichtet Prof. Dr. Frank Griesinger. Bei schweren Folgebeschwerden wie etwa einer Schluckstörung könne es aber auch sein, dass die Betroffenen für längere Zeit oder sogar auf Dauer auf eine künstliche Ernährung angewiesen sind. Dafür gebe es speziell zusammengestellte Ernährungsbeutel, mit denen sich der Patient – ähnlich wie über einen Tropf mit einem Zugang über die Vene – unter ärztlicher Anweisung und Kontrolle auch zu Hause versorgen kann.

Wenn Teile des Magens oder des Darms entfernt werden mussten, müssen viele Patienten zeitweise mit einem künstlichen Ausgang leben. Auch damit können die Patienten im Prinzip alles essen und trinken, so Beate Reinert: „Man sollte nach und nach austesten, was gut tut.“