Prof. Dr. Frank Griesinger (Bild) ist Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin – Onkologie im Pius-Hospital Oldenburg.
Was ist nach einer Krebs-OP im Magen-Darmtrakt zu beachten?
GriesingerIn diesen Fällen kann es zu speziellen Situationen kommen, auf die die Patienten mit Ernährungsberatungen vorbereitet werden müssen. So besteht etwa nach einer Magen-OP das Problem, dass dort wesentliche Funktionen wie vor allem die Vorverdauung des Speisebreis mit säurehaltigem Magensaft verloren gehen. Das bedeutet, dass die aufgenommene Nahrung direkt in den Darm gelangt, was sehr unangenehme Folgen wie einen nach unten oder oben schießenden Zucker haben kann. Wir raten den Patienten, möglichst viele kleine Mahlzeiten einzunehmen.
Wie ist es nach einem Eingriff am Darm?
GriesingerIm Zuge einer Darm-OP kann ein sogenanntes Kurzdarmsyndrom auftreten. Wenn etwa gerade der Darmabschnitt entnommen werden musste, der für die Aufnahme von Vitaminen zuständig ist, kann es sein, dass man die dann fehlenden Vitamine über die Muskulatur oder die Vene zuführen muss.
Bereitet ein künstlicher Darmausgang besondere Probleme?
GriesingerBei einem vorübergehenden, meistens am Ende des Dünndarms angelegten künstlichen Ausgang besteht das Problem, dass man dort oft größere Mengen an Flüssigkeit und Blutsalzen verliert. Viele Patienten haben dann das Problem, dass sie nicht genug trinken, um den entstandenen Elektrolytmangel auszugleichen. Die auf Dauer angelegten Dickdarmausgänge bereiten dagegen in der Regel keine besonderen Probleme.
