Wildeshausen - Seit kurzem gibt es ein neues Gesicht in der Wildeshauser Kinder- und Jugendarztpraxis am Mühlendamm. Dr. Thomas Rose und Gabriela Rüger werden seit dem 1. April von Susanne Dierken unterstützt. Für die 45-jährige Oldenburgerin schließt sich mit dem Wechsel in die Wildeshauser Geest ein Kreis: „Mein Vater stammt aus Goldenstedt, und der Gegend fühle ich mich verbunden“, sagt die Medizinerin.
Doch nicht nur räumlich hat Dierken einen Neustart gewagt, sondern auch inhaltlich. Bislang arbeitete sie nämlich stets an Kliniken. Nach dem Studium führte ihr Weg sie zunächst an die Kinderklinik in Bremen-Mitte, bevor sie zur Kinder- und Jugendpsychiatrie an die Uniklinik Göttingen wechselte. Weitere Stationen waren das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke im Ruhrgebiet, die Kinderklinik in Oldenburg und – vor dem Wechsel nach Wildeshausen – die Intensivmedizin in Bremen-Mitte.
„Ich habe immer gerne im Krankenhaus gearbeitet, gleichzeitig aber auch von dem Wechsel in eine Praxis geträumt“, verrät die 45-Jährige.
Beide Arbeitsarten hätten Vor- und Nachteile. Dabei gehe es zum Beispiel um Aspekte wie Teamarbeit und Eigenverantwortung. Als belastend im Klinikalltag hat sie neben den teils schweren Erkrankungen vor allem das Fehlen einer langfristigen Perspektive bei einigen Patienten empfunden.
Was sie auf jeden Fall nicht in Wildeshausen vermissen wird, sind die Nachtschichten. „Da ist die Stelle hier eindeutig familienfreundlicher“, lacht die Mutter von einer Tochter (15 Jahre) und zwei Söhnen (zwölf und sechs Jahre). Frei geworden ist ihre Stelle übrigens, weil Dr. Thomas Rose seine Stunden reduziert hat.
In der Kleinstadt Wildeshausen hat sich die Oldenburgerin von Anfang an wohl gefühlt. „Die Praxis ist sehr gut organisiert, die Patientenschaft aufgeschlossen und die Atmosphäre allgemein freundlich“, lobt sie. Klinikluft kann sie zudem schnuppern, wenn sie die Neugeborenenvorsorge am Johanneum macht, wo sie sich ebenfalls sehr gut aufgehoben fühlt.
Nun freut Dierken sich darauf, weitere Patienten kennenzulernen und neue Akzente zu setzen. Das eigene Muttersein helfe ihr im Übrigen bei der Arbeit, verrät sie: „Ich glaube, man ist da aus eigener Erfahrung einfühlsam und weiß zum Beispiel, wie anstrengend das Elternsein manchmal sein kann.“
Unterstützung erfährt sie im privaten Bereich von Ehemann Eike, der als Kinder- und Jugendpsychotherapeut in Vechta arbeitet. Gemeinsam mit ihm und den Kindern genießt sie ihre wenige freie Zeit. Für andere Hobbies wie Musik – Dierken spielt Geige – oder Sport bleibt momentan hingegen nicht so viel Zeit.
„Aber die Kinder werden ja leider viel zu schnell groß und dann ist wieder Zeit da“, sagt Dierken mit Blick auf die Zukunft, in der sie sich sogar einen Umzug nach Wildeshausen vorstellen kann.
