• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Morbus Crohn: Wenn der Darm entzündet ist

13.01.2015

Jever Unter den zahlreichen entzündlichen Erkrankungsarten des Darms ist der nach ihrem Entdecker Burrill B. Crohn benannte Morbus Crohn neben der Colitis ulcerosa mit großem Abstand am weitesten verbreitet. Fachleute schätzen, dass bundesweit zwischen 100 000 und 150 000 Menschen allein an Morbus Crohn leiden, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer. Anders als die in etwa gleich oft vorkommende Colitis ulcerosa, die nur den Dickdarm betrifft, kann der Morbus Crohn im gesamten Verdauungstrakt auftreten – also von der Mundhöhle bis zum After.

Am häufigsten treten die für die Erkrankung typischen Entzündungen in dem Bereich auf, in dem der Dünndarm in den Dickdarm übergeht. Es können aber auch andere Magen- und Darmabschnitte an einer oder mehreren Stellen betroffen sein, wobei dann stets auch gesunde zwischen den entzündeten Stellen liegen. Bei einem Morbus Crohn können alle fünf Schichten der Darmwand entzündet sein – von der innersten Schleimhaut bis hin zur äußersten Schicht der Darmwand, die den Darm von der Bauchhöhle abgrenzt.

Augen und Haut betroffen

Typische Morbus-Crohn-Beschwerden sind insbesondere immer wiederkehrende Bauchschmerzen, schleimiger Durchfall, Fieber sowie Gewichts- und Leistungsverlust. Darüber hinaus kann es zu Darmverengungen und entzündlichen Gangbildungen kommen. Diese sind auch als Fisteln bekannt und treten meistens im Bereich des Afters auf. Nach Angaben der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung verursacht ein Morbus Crohn nicht selten auch sogenannte extraintestinale Manifestationen, bei denen es beispielsweise zu Entzündungen der Augen, der Haut und der Gelenke kommen kann.

Im Laufe der Erkrankung müssen 30 bis 40 Prozent der Betroffenen mit entsprechenden Problemen rechnen. Eine nicht seltene Manifestation gibt es im Bereich des Afters und des Mastdarms. Die Diagnose dieser Veränderungen ist besonders wichtig, weil als Folge schwere Kontinenz-Störungen auftreten können..

Der Morbus-Crohn-Verlauf ist individuell sehr unterschiedlich. Eine allgemeine Prognose des Krankheitsverlaufs ist schwer zu stellen. Rund zwei Drittel der Betroffenen führen ein weitgehend normales Leben und haben trotz der Erkrankung eine gute Lebensqualität. Etwa 20 Prozent der Patienten leiden an einem chronisch aktiven Morbus Crohn mit andauernden Symptomen, die mit Hilfe einer ärztlich gesteuerten medikamentösen Therapie meistens deutlich gelindert werden können. Anders ist das bei etwa zehn Prozent der Betroffenen. Bei ihnen sind die Beschwerden so häufig und schwer, dass die Wirkstoffe oft nur wenig helfen, berichten Dr. Karsten Genters, Dr. Andreas Klose und Dr. Nik Lohe aus der Gastroenterologischen Schwerpunktpraxis Jever, in der täglich Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen behandelt werden.

Gründe nicht geklärt

Ein Morbus Crohn tritt meistens erstmals im jüngeren Erwachsenenalter zwischen dem 15. und dem 35. Lebensjahr auf, kann aber auch schon bei Kindern oder im höheren Alter erstmalig Beschwerden verursachen. Die Erstdiagnose Morbus Crohn wird in Deutschland pro Jahr bei rund 4000 bis 5000 Patienten gestellt, wobei die Dunkelziffer noch höher ist. Warum die entzündliche Darmerkrankung entsteht, ist wissenschaftlich noch nicht völlig geklärt.

Weitgehend sicher ist bisher, dass eine gestörte Barrierefunktion und Abwehr der Darmschleimhaut für Bakterien, die aus dem Darminneren kommen, zu einer überschießenden Immunreaktion – und damit zu Entzündungen – führen. Auch eine genetische Veranlagung ist inzwischen bekannt.

Zudem wird das Erkrankungsrisiko durch Nikotinkonsum und Stress im sozialen Umfeld erhöht, betont Dr. Genters: „Wir empfehlen Morbus-Crohn-Patienten daher, sofort und auf Dauer mit dem Rauchen aufzuhören und sich mit den Ursachen belastender Situationen auseinanderzusetzen.“

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Wirtschafts-Newsletter der Nordwest Mediengruppe erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Um einen Morbus Crohnerkennen zu können, ist eine genaue Anamnese nötig, bei der dem Arzt die Art und Dauer der Beschwerden geschildert werden. Danach erfolgen eine Blut- und Stuhlanalyse sowie eine körperliche Untersuchung. Zudem sind eine Ultraschalluntersuchung und eine Magen- und Darmspiegelung wichtig. Leider ist ein Morbus Crohn nicht heilbar. Die Behandlung zielt in erster Linie darauf ab, eine Verringerung der Entzündungsaktivität an den betroffenen Stellen zu erreichen und so eine Linderung der Symptome zu bewirken.

„Den meisten Patienten kann eine medikamentöse Therapie sehr gut helfen“, erläutert Dr. Nik Lohe. Die heutzutage verfügbaren Medikamente hätten ein großes Potenzial, die Krankheitsaktivität mittels entzündungshemmender Wirkstoffe zu kontrollieren. Das Medikament werde je nach Schwere der Erkrankung ausgewählt. Betroffene mit einem chronischen Verlauf müssen die Tabletten regelmäßig einnehmen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.