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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Wenn die Verbindung zerstört ist

30.05.2017

Brake Als Verbindung zwischen dem Rumpf und den Armen besteht die Schulter aus dem Schultergürtel mit dem Schulterblatt und dem Schlüsselbein, dem Schultereckgelenk sowie dem ebenfalls aus mehreren Bestandteilen zusammengesetzten Schulterhauptgelenk. Dazu kommt ein komplexes System aus Bändern, Muskeln, Sehnen und Schleimbeuteln, das die knöchernen Teile verbindet und zugleich für Flexibilität und Stabilität sorgt. Ähnlich wie das Hüftgelenk ermöglicht das Schultergelenk als Kugelgelenk, dass man die Arme in alle drei Achsen und Ebenen – nach oben, unten und zur Seite – bewegen kann.

Das Schulterhauptgelenk stellt die Verbindung zwischen dem kugeligen Ende des Oberarmkopfes und der Schulterpfanne am Schulterblatt her. Da der Oberarmkopf deutlich größer als die Schulterpfanne ist, wird er nur zum Teil davon umschlossen. Der Vorteil ist die damit verbundene große Beweglichkeit.

Der Nachteil ist die erhöhte Anfälligkeit für Verletzungen. So kann bereits eine unglückliche Bewegung dazu führen, dass der Oberarmkopf aus der Schulterpfanne rutscht, was sehr schmerzhaft ist und eine erhebliche Einschränkung der Mobilität zur Folge hat.

Wie ein Stoßdämpfer

Bei einem gesunden Schultergelenk sorgt das Zusammenspiel aller beteiligten Elemente für eine ungehinderte Beweglichkeit ohne Beschwerden. Zum Beispiel sorgt der auf den Innenseiten des Oberarmkopfes und der Schulterpfanne sitzende Gelenkknorpel wie ein Stoßdämpfer dafür, dass die bei jeder Bewegung auf das Schultergelenk einwirkenden Kräfte abgepuffert werden.

Die zur Knorpelbildung notwendigen Nährstoffe werden über die Gelenkflüssigkeit zugeführt, die in der Gelenkkapsel gebildet wird. Letztere umschließt die knöchernen Teile des Schultergelenks und trägt ebenfalls zur Stabilität bei. Die Schleimbeutel der Schulter werden als Gleitschicht zwischen den einzelnen Gewebestrukturen dafür benötigt, eine unnatürlich starke Reibung zwischen Knochen, Muskeln und Sehnen zu verhindern.

Während der Bandapparat vergleichsweise schwach ausgebildet ist und eine untergeordnete Rolle für die Beweglichkeit und Stabilität hat, ist die Muskulatur entscheidend für die Funktionsfähigkeit des Schultergelenks. Wichtig ist vor allem die aus vier verschiedenen Muskeln bestehende Rotatorenmanschette, erklärt Dr. Peter Janka, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des St.-Bernhard-Hospitals in Brake (Kreis Wesermarsch), die seit 2014 als Endo-Prothetik-Zentrum zertifiziert ist: „Die Muskeln halten den Oberarmkopf in der Schulterpfanne und ermöglichen uns kraftvolle Bewegungen in alle erwünschten Richtungen.“

Verschiedene verschleißbedingte und entzündliche Erkrankungen sowie Verletzungen können zu starken Beschwerden führen. Da dann auch die Arme und Hände betroffen sind, bedeutet ein ernsthaftes Schulterproblem in der Regel einen großen Verlust an Alltagsmobilität und Lebensqualität.

Bei vielen Betroffenen reicht zunächst eine konservative Behandlung aus, bei der je nach Art und Ausmaß des Problems beispielsweise entzündungshemmende Medikamente und Physiotherapie helfen können.

Vom Schmerz befreien

Darüber hinaus kann eine medizinisch als Arthroskopie bezeichnete Gelenkspiegelung sinnvoll sein. Damit sind mittels eines kleinen Schnitts neben einem Einblick in den betroffenen Schulterbereich auch kleinere chirurgische Maßnahmen möglich. „Wenn das nicht ausreicht, kann der Einsatz eines künstlichen Schultergelenks die beste Lösung für den Patienten sein“, berichtet Dr. Janka. Zwar lasse sich auch mit modernen Implantaten nicht die volle Funktionsfähigkeit eines gesunden Schultergelenks erreichen. Wenn dieses aber irreparabel zerstört ist, könne man dem Betroffenen damit weitgehend von chronischen Schmerzen und starken Bewegungseinschränkungen befreien.

Für einen auf Gelenkersatzoperationen spezialisierten Chirurgen sei der Einbau heute ein fast immer problemlos ablaufender Eingriff, betont Dr. Janka, der bislang rund 150 entsprechende Operationen durchgeführt hat. Bundesweit werden pro Jahr rund 10 000 Wechsel-Operationen am Schultergelenk gezählt.

Die Arthrosezählt zu den häufigsten degenerativen Erkrankungen der Schulter, die den Einbau eines Ersatzgelenks erforderlich machen. Hauptproblem ist dabei ein krankhafter Verschleiß des Gelenkknorpels. In einem fortgeschrittenen Stadium ist der abfedernde Puffer zwischen dem Oberarmkopf und der Schulterpfanne verschlissen. Als Folge entsteht bei jeder Bewegung eine schmerzhafte Reibung der Knochen, die Betroffenen das Leben zur Qual macht.

Auch die rheumatoide Arthritis zählt zu den häufigen gelenkzerstörenden Erkrankungen der Schulter. Die chronische Entzündung bewirkt einen zunehmenden Verlust der knöchernen Strukturen. „Der Knochen wird immer schwächer und weniger belastbar“, erklärt Dr. Peter Janka. Als Folge können die Bestandteile des Schultergelenks brüchig und instabil werden.

Irreparabel können auch komplizierte Frakturen am Oberarm oder der Schulterpfanne sein. Vor allem bei einem Trümmerbruch im gleichen Bereich sei es oft unmöglich, die zerstörten Strukturen zu reparieren.

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