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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Schuppenflechte: Wenn Juckreiz zur Qual wird

16.10.2012

Oldenburg Die von Medizinern auch als Psoriasis bezeichnete Erkrankung lässt sich in zwei Typen unterscheiden. Der deutlich häufigere, genetisch bedingte Typ 1 tritt bei drei Vierteln der Betroffenen erstmals zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr auf, kann aber auch schon bei Neugeborenen ausbrechen oder sich erst in einem fortgeschrittenen Alter bemerkbar machen. Betroffene müssen in der Regel mit einem lebenslangen Verlauf rechnen. Der etwa bei jedem vierten Schuppenflechte-Patient diagnostizierte Psoriasis-Typ 2 hat dagegen einen vergleichsweise milden Verlauf. Anders als beim Typ 1 gibt es für diese Erkrankungsform keine genetische Disposition. Zudem stellen sich die ersten Symptome meistens erst zwischen dem 50. und dem 60. Lebensjahr ein.

Große Hautrötungen

Typische Anzeichen sind bei beiden Formen der Schuppenflechte gleich, berichtet Prof. Dr. Erhard Hölzle, Direktor der Klinik für Dermatologie und Allergologie im Klinikum Oldenburg: „Die Patienten leiden unter starkem Juckreiz sowie Verdickungen und Abschuppen der Haut.“ Besonders unangenehm sind die damit verbundenen, mitunter mehr als handtellergroßen Hautrötungen, die überall am Körper auftreten können. „Viele Patienten versuchen die Stellen im Alltag zu verbergen, weil sie ablehnende Reaktionen fürchten“, so Hölzle. Die Abwehrhaltung sei aus psychologischer Sicht verständlich, aus medizinischer aber nicht: „Die Schuppenflechte ist nicht ansteckend und nur für den Betroffenen ein Problem.“

Wann und warum ein Akut-Fall ausgelöst wird, kann die Medizin bis heute nicht vollständig erklären. Sicher ist, dass sich das Erkrankungsrisiko durch verschiedene äußere Faktoren wie insbesondere Stress, Infekte sowie den regelmäßigen Konsum von Alkohol, bestimmten Medikamenten und Nikotin erhöht. Das Gleiche gilt für fehlernährte Menschen mit Adipositas oder Diabetes. Bei Kindern kann die Schuppenflechte auch in Folge eines Streptokokkeninfekts der oberen Luftwege oder einer Mandelentzündung auftreten.

Wenn die Psoriasis erst einmal begonnen hat, ist ihr Verlauf nie genau absehbar. Sie kann plötzlich ganz verschwinden, sich aber genau so überraschend und unerklärlich von einem Tag auf den anderen dramatisch verschlimmern.

Die Symptome entstehen als Folge einer immunologischen Fehlreaktion des Organismus, die sich vorwiegend gegen die Haut richtet. Dafür verantwortlich sind von der körpereigenen Abwehrpolizei ausgesandte Botenstoffe, die wiederum Entzündungen an der Haut verursachen. Die Haut reagiert darauf mit einer Erweiterung der Gefäße, was zur Hautrötung führt. Zudem wird ein vielfach beschleunigter Erneuerungsprozess der äußersten Schichten – der Oberhaut und der Hornhaut – ausgelöst, die sich normalerweise etwa alle vier Wochen neu bilden. Da die zu schnell gebildeten Hautschichten von deutlich schlechterer Qualität sind als in normaler Zeit nachgewachsene, werden sie schneller wieder abgestoßen. Die Schuppen sind das äußerlich sichtbare Ergebnis.

Höheres Infarktrisiko

Da die Entzündungen über den Blutkreislauf im gesamten Organismus weiterverbreitet werden können, leiden Schuppenflechte-Patienten oft auch unter Gelenkentzündungen oder Schädigungen der Finger- und Zehennägel. Zudem begünstigt eine Psoriasis das Entstehen von Systemerkrankungen wie Adipositas, Bluthochdruck, Diabetes oder Gefäßverkalkungen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass ein 30-jähriger Schuppenflechte-Patient mit einem dreifach erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall lebt.

Dessen ungeachtet habe es gerade in den letzten Jahren dank neuer Medikamente und anderen optimierten Behandlungsverfahren große Therapiefortschritte gegeben, berichtet Hölzle: „Wir können vielen Schuppenflechte-Patienten heute sehr viel besser helfen als noch vor 20 Jahren.“ Neben Behandlungen mit speziellen Pflegecremes sowie entzündungshemmenden Medikamenten und UV-Licht können heute auch sogenannte Biologika eingesetzt werden, die direkten Einfluss auf entzündungsauslösende Botenstoffe haben.

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Die in den meistenBiologika enthaltenen TNF-alpha-Blocker halten die mit dem Blut transportierten Botenstoffe auf und neutralisieren sie, bevor sie eine Entzündung auslösen können. Als Folge bildet sich die Schuppenflechte oft sehr schnell zurück und verschwindet in vielen Fällen sogar über einen längeren Zeitraum ganz, berichtet Prof. Dr. Erhard Hölzle.

Der Biologika-Wirkstoff bekämpft nicht nur die Schuppenflechte-Auslöser. Da die TNF-alpha-Blocker das gesamte Immunsystem beeinflussen, können sich vielfältige Nebenwirkungen einstellen, die zu Infekten der oberen Atemwege mit dauerndem Schnupfen und Husten sowie in seltenen Fällen auch zu schweren Erkrankungen wie einer Lungenentzündung führen können. Mit Biologika versorgte Schuppenflechte-Patienten müssen aus diesem Grund deutlich häufiger zum Gesundheits-Check beim Arzt, der unter anderem die Blut- und Leberwerte kontrolliert, um Folgeerkrankungen ausschließen zu können. Biologika werden in der Regel erst dann eingesetzt, wenn alle anderen Behandlungsversuche keinen Erfolg mehr bringen.

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