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Gesundheit Im Ammerland Kleines Organ, große Wirkung

Hildburg Lohmüller

Westerstede - Die Ammerländer Gesundheitsstadt im Grünen ist um eine wichtige Anlaufstelle reicher: Im August wurde in der Ammerland-Klinik die „Selbsthilfegruppe Schilddrüsenerkrankungen Ammerland“ ins Leben gerufen. Die Initiative kam von Maroof Sayeed Shah, Facharzt für Viszeral- und Abdominalchirurgie in der Ammerland Klinik: „Ich habe mit den Eheleuten Dobschinski, die bereits in Wihelmshaven, Aurich und Wittmund Selbsthilfegruppen leiten, Kontakt aufgenommen.“

Wie Chefarzt Dr. med. Muneer Deeb, Leitung für Allgemein- und Viszeralchirurgie in der Ammerland-Klinik, betonte, sei die Schilddrüse ein vergleichsweise kleines, aber sehr komplexes Organ, das eine der wichtigsten Steuerzentralen des Körpers sei und zahlreiche lebenswichtige Aufgabe zu erfüllen habe. „In der Bevölkerung und bei den Hausärzten besteht Aufklärungsarbeit. Die Patienten sind wenig informiert“, weist Dr. Deeb darauf hin, dass die Behandlung fachärztlicher Kompetenz bedarf.

Austausch unter Gleichgesinnten ist wichtig

Sibilla und Wolfgang Dobschinski, beide selbst erkrankt und langjährig gruppenerfahren, möchten die Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen sensibilisieren: „Der Austausch mit Gleichgesinnten ist sehr wichtig und hilfreich. Die Patienten sollen die Befunde vom Arzt anfordern, wir stellen auch Verbindungen zu Fachärzten her“, so die Gruppenleiterin. Fort- und Weiterbildung sowie neueste Informationen über die Erkrankungen erhalten die Eheleute Dobschinski unter anderem vom Bundesverband Schilddrüsenkrebs – Ohne Schilddrüse leben e.V.

Die Ärzte Dr. Deeb, Shah und Dr. med. Lutz Pollak, Leiter der Nuklearmedizin, sind froh, dass das Ehepaar nun auch in Westerstede eine Selbsthilfegruppe Schilddrüsenerkrankungen anbietet. „Diese Einrichtung ist eine ganz wichtige Schaltstelle, denn nur ein gut aufgeklärter Patient ist in der Lage, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen.“ Erkrankungen der Schilddrüse würden häufig per Zufall bei anderen Krankheitsbildern ans Tageslicht kommen.

Erkrankung bleibt lange unentdeckt

„Bei vielen Betroffenen bleibt eine Erkrankung lange unentdeckt, da die Beschwerden unspezifisch sind und auch andere Ursachen haben können. Eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse kann den ganzen Körper und auch die Seele aus dem Gleichgewicht bringen“, so Sibilla Dobschinski.

Auch Cornelia Hentschke von der ReBeKa (Regionale Beratungs- und Kontaktstelle für Selbsthilfe im Ammerland) vom Paritätischen Wohlfahrtsverband begrüßt die Gründung der Selbsthilfegruppe in Westerstede sehr.

Das nächste Treffen der Selbsthilfegruppe findet am 26. September, um 18 Uhr in der Ammerland-Klinik, Lange Straße 38, statt. Die Gäste werden im Foyer erwartet. Eine Kontaktaufnahme vorab ist unter t   0 44 21/ 37 07 410 oder sibilla.dobschinski@sd-krebs.de möglich.

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