Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Hüftgelenkersatz Wieder auf die Beine kommen

Klaus Hilkmann

Wildeshausen - Die große Zahl der Ersatzoperationen ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie im Wesentlichen eine Folge der demografischen Entwicklung. Da die Bevölkerung im Schnitt immer älter wird, steigt auch die Zahl der Menschen, die im zunehmendem Alter unter einem natürlichen Verschleiß des Hüftgelenks leiden. Eine krankhafte Veränderung kann das Hüftgelenk so stark schädigen, dass die Lebensqualität durch Schmerzen und Einschränkungen der körperlichen Funktionsfähigkeit deutlich eingeschränkt wird.

Lange Haltbarkeit

Zwar kann man vielen Patienten mit konservativen Behandlungsmethoden wie Physiotherapie oder dem Einsatz von Schmerzmedikamenten gut helfen. Wenn all das aber keine wesentliche Linderung der Beschwerden bringt, kann der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks erforderlich sein. Die dafür verwendeten Implantate bestehen heute in der Regel aus hochwertigen Metalllegierungen oder Polyethylen, so dass bei einem fachgerechten Einbau und einer anschließenden Rehabilitation ein hoher Tragekomfort sowie eine lange Haltbarkeit sichergestellt sind.

Behandlungsziele sind die Wiederherstellung der Beweglichkeit und der Muskelkraft, das Erlernen eines optimalen Gangbildes und die Reduzierung von Schmerzen, erklärt Volker Seppelt, Leiter der Zentralen Therapiebereiche im zertifizierten Endo-Prothetik-Zentrum des Krankenhauses Johanneum Wildeshausen: „Die Rehabilitation beginnt in der Regel schon einen Tag nach der Operation. Mit Hilfe ihres Physiotherapeuten können die meisten Patienten dann schon wieder kurz das Bett verlassen und erste Schritte mit dem neuen Hüftgelenk absolvieren.“

Diese schnelle Mobilisation ist auch deshalb möglich, weil die Implantation künstlicher Gelenke häufig minimal-invasiv durchgeführt wird. Der Vorteil ist, dass das umliegende Gewebe sowie die Muskeln und Sehnen dank der minimal-invasiven Zugänge geschont werden können. Das erleichtert die postoperative Behandlung – auch, weil sie dann mit weniger Schmerzen verbunden ist.

Die Reha-Anforderungen werden im Anschluss an die Operation nach einem vom Arzt und dem Therapeutenteam individuell auf den Patienten abgestimmten Plan von Tag zu Tag gesteigert. „Einige Patienten können schon nach wenigen Tagen wieder Treppenstufen steigen. Andere brauchen etwas länger“, berichtet der Physiotherapeut Volker Seppelt. Die Therapiefortschritte hängen insbesondere vom Alter und dem Allgemeinzustand des Patienten ab.

Zur täglichen Therapie im Krankenhaus Johanneum Wildeshausen gehören neben Gang- und Koordinationsübungen mit dem Physiotherapeuten unter anderem auch verschiedene physikalische Maßnahmen, Übungen zum Aufbau und zur Kräftigung der Muskulatur. Dazu kommen Kältebehandlungen zur Schmerzlinderung sowie Lymphdrainage zum Abklingen der Schwellung.

Individuelle Behandlung

Der Behandlungsplan ziele immer darauf ab, dass die Patienten entsprechend ihrer individuellen Möglichkeiten gegebenenfalls auch mehrfach am Tag physiotherapeutisch behandelt werden. Die Therapieinhalte werden vom Behandlungsteam jeden Tag mit dem Stationsarzt besprochen und genau dokumentiert. Den daraus folgenden Therapiebericht bekommen die Patienten samt des Arztbriefs mit in die Reha, so dass die weiterbehandelnde Einrichtung genau weiß, wie weit der jeweilige Patient schon ist.

Die meisten Patienten sind nach einem Krankenhausaufenthalt von etwa zehn Tagen fit genug für eine anschließende Reha-Maßnahme, bei der sie den Umgang mit dem neuen Hüftgelenk mit einer speziellen Aufbautherapie – letztlich bis hin zur Alltagstauglichkeit – lernen können. Die Reha-Maßnahme in einer passenden ambulanten oder stationären Einrichtung sollte sich möglichst unmittelbar an den Aufenthalt im Akut-Krankenhaus anschließen, betont Volker Seppelt: „Daher organisiert das Entlassungsmanagement des Krankenhauses Johanneum Wildeshausen schon frühzeitig die Nachbehandlung in der Reha-Einrichtung. Dabei werden neben den medizinischen Erfordernissen auch die Wünsche der Patienten berücksichtigt.“

Rund 450 Operationen werden jedes Jahr im Endo-Prothetik-Zentrum des Krankenhauses Johanneum Wildeshausen durchgeführt. Davon erfolgen etwa 250 endoprothetische Eingriffe an der Hüfte, bei denen das Gelenk in Folge von Verschleiß oder eines schweren Unfalls erstmals operiert oder bereits zum zweiten Mal ausgetauscht wird.

Die Aufnahme des Hüft-Patienten erfolgt im Endo-Prothetik-Zentrum Wildeshausen bereits einen Tag vor der Operation. Das sei sinnvoll, damit sich der Patient, der Operateur und die Therapeuten vor dem Eingriff über alle relevanten Fragen verständigen können, erklärt Volker Seppelt: „Beim Vorgespräch wird zum Beispiel auch die Funktion von Hilfsmitteln wie Unterarmgehstützen oder Rollatoren demonstriert, mit denen der Patient schon nach wenigen Tagen im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf die Beine kommt.“

Bevor der Patient in die Reha geht, muss die Operationswunde geschlossen sein. Darüber hinaus sollte der Patient in der Lage sein, kurze Strecken mit Hilfsmitteln zu gehen.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Hoffen auf reges Interesse für die Schmetterlingswochen: Landschaftsökologe Felix Närmann (l.) und Thorsten Kuchta von der Geschäftsstelle Masterplan Ems 2050.

SCHMETTERLINGSWOCHEN IN MOORMERLAND Forschungen förderten eine große Vielfalt an Faltern zutage

Axel Pries
Moormerland
Fordert Verbesserungen für die Opfer des SED-Regimes: Evelyn Zupke (62), frühere Bürgerrechtlerin und SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag

STREIT UM ANGEKÜNDIGTE VERBESSERUNGEN Warum SED-Opfer der Bundesregierung „Wortbruch“ vorwerfen

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Der Klosterpark Oestringfelde ist sozusagen die „grüne Lunge“ von Schortens und beliebtes Ausflugsziel. Dort stehen unter anderem mehrere alte Eiben.

FÖRDERMITTEL FÜR KLOSTERPARK Juwel der Stadt Schortens soll mit 1,387 Millionen Euro weiterentwickelt werden

Jeversches Wochenblatt
Schortens
„Darüber müssen wir nochmal reden“
Pro-palästinensische Proteste vor der US-Botschaft in Jakarta (Indonesien): Im Hintergrund ist das KI-generierte Bild „all eyes on Rafah“ zu sehen. Dieses geht zurzeit in den „sozialen Medien“ viral.

KOLUMNE ZU „ALL EYES ON RAFAH“-KI-BILD Erst recherchieren, dann teilen

Luise Charlotte Bauer
Der ehemalige Geschäftsführer des Klinikums Wilhelmshaven, Reinhold Keil.

PROZESS GEGEN WILHELMSHAVENS EX-KLINIKUMS-GESCHÄFTSFÜHRER Fehlende Qualifikation bei Bewerbung nicht überprüft

Lutz Rector
Wilhelmshaven