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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Lücke in der Schutzschicht

19.03.2019

Wildeshausen Neben anderen Erkrankungen wie etwa dem deutlich häufigeren Leistenbruch und dem vor allem bei Kleinkindern auftretenden Nabelbruch ist auch ein Narbenbruch eine spezielle Form eines Bauchwandbruchs. Fachgesellschaften gehen davon aus, dass in Deutschland pro Jahr zwischen 40 000 und 70 000 Menschen allein an einem Narbenbruch erkranken. Die genaue Zahl lässt sich nicht ermitteln, weil die Vorfälle längst nicht immer frühzeitig erkannt und behandelt werden. Betroffene leben mitunter jahrelang mit dem Problem, ohne es von einem Arzt abklären zu lassen.

Anders als bei einem durch eine anatomisch vorgegebene Schwachstelle der Bauchdecke begünstigten Leistenbruch handelt es sich bei einem Narbenbruch immer um eine erworbene Erkrankung. Beseitigen und heilen lässt er sich – wie alle Brüche der Bauchwand – ausschließlich mittels einer Operation, bei der die entstandene Lücke fest vernäht und gegebenenfalls zusätzlich mit einem speziellen Hochleistungsnetz verstärkt wird. Bei einem kleinen Bruch kann der Eingriff oft minimal-invasiv in Schlüssellochchirurgie erfolgen. Wenn die Bruchstelle zu groß ist oder ungünstig liegt, ist zumeist eine offene OP nötig.

Oft lange symptomfrei

Typisches Anzeichen ist eine im Liegen oder Stehen erkennbare Schwellung oder Wölbung im Bauchbereich. Davon abgesehen kann ein Narbenbruch zunächst weitgehend symptomfrei bleiben. Er kann aber auch mehr oder weniger starke Schmerzen verursachen, die nach einiger Zeit wieder verschwinden oder permanent vorhanden sind. Ein Narbenbruch kann im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss oder einem Absterben des Darms führen, was jeweils ein lebensbedrohlicher Notfall ist und sofort behandelt werden muss. Neben starken Schmerzen stellen sich dann meistens auch heftige Übelkeit und Erbrechen ein.

Ein Narbenbruch entsteht meistens im Zuge einer Wundinfektion nach einer Operation. Die Infektion kann für eine erhebliche Störung des Wundheilungsprozesses sorgen, erklärt Dr. Alexander Terzic, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie im Krankenhaus Johanneum Wildeshausen: „Wenn sich das bei einer Operation vernähte Gewebe während der Wundheilung nicht optimal entwickelt, ist es weniger stabil und belastbar. Für Betroffene bedeutet das ein erhöhtes Risiko für einen Narbenbruch.“

Bei einem entsprechend schwach ausgebildeten Gewebe kommen als weitere Risikofaktoren vor allem chronischer Husten sowie häufige Verstopfungen und Brechattacken hinzu, die jeweils für einen erhöhten Druck im Bauchinnenraum sorgen. Auch das Heben oder Tragen schwerer Lasten kann einen Narbenbruch verursachen. Zudem können langjähriger Nikotin-Konsum, eine Bindegewebsschwäche sowie eine Diabetes-Erkrankung mitverantwortlich sein.

Meistens gut zu ertasten

Um einem Narbenbruch auf die Spur kommen zu können, ist als Erstes eine sorgfältige Anamnese wichtig, bei der dem Arzt die Beschwerden genau geschildert werden. „Der Verdacht kann bei einer anschließenden körperlichen Untersuchung in rund 90 Prozent der Fälle aufgeklärt werden“, berichtet Dr. Terzic. Die Bruchstelle könne zumeist gut ertastet werden und zeige sich auch anhand der im Liegen oder Stehen sichtbaren Wölbung. Wo die Bruchstelle genau liegt und wie groß sie ist, lasse sich mit einer Ultraschalluntersuchung klären.

Dem größten Teil der Patienten könne man heute mit modernen OP-Verfahren sehr gut helfen. „Oft ist das Problem mit einem einzigen Eingriff für immer gelöst“, betont Dr. Terzic, der mit seinem Team im Krankenhaus Johanneum Wildeshausen pro Jahr etwa 200 Operationen nach einem Narben-, Leisten oder Nabelbruch durchführt. Wenn der Bruch besonders groß und kompliziert ist oder das vernähte Gewebe sehr schwach ist, könne bei einem kleinen Teil der Patienten erneut ein Bruch entstehen.

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