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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Wer will der kleinen Lia aus Wildeshausen helfen?

08.06.2018

Wildeshausen Mit Feuereifer kritzelt die kleine Lia auf ihrem Bild herum. Immer wieder fällt einer der Buntstifte herunter und wird von Lias Mutter Franziska Schulz aus Wildeshausen geduldig wieder aufgehoben. Für Lia selbst ist das schwierig, denn sie lebt seit ihrer Geburt am 26. Januar 2013 mit starken Einschränkungen.

„Während der Schwangerschaft dachten wir, alles ist gut, aber dann wurde klar, dass unsere kleine Maus im Mutterbauch nicht ausreichend versorgt wurde. Sofort nach der Geburt musste sie zurück ins Leben geholt werden“, berichtet Franziska Schulz. Das war ein Schock für sie und Ehemann Stephan, die sich am Vossberg ein gemütliches Heim eingerichtet haben.

Zurück ins Leben

Doch viel Zeit zum Grübeln und Traurigsein blieb nicht, denn der Kampf ging auf der Kinderintensivstation weiter. Hier bekam Lia Krampfanfälle und Atemaussetzer, so dass sie erneut Hilfe brauchte. Sie wurde wiederbeatmet und bekam starke Medikamente. „Jeden Tag wurde geschaut, was in Lias Kopf los war und wo die Reise hingeht“, erinnert sich die junge Mutter. Anhand eines MRT-Bildes wurde den Eltern dann gesagt, dass ihre Tochter geistig und körperlich schwerst behindert sein werde.

Delfine motivieren und beruhigen

Das weltweit führende Zentrum für Delfintherapie liegt auf der niederländischen Karibikinsel Curaçao und wurde 2004 gegründet. Das Team besteht aus Spezialkräften aus den Bereichen Psychologie, Physiotherapie, Sprach- und Beschäftigungstherapie – sowie aus fünf Delfinen.

400 Patienten ab drei Jahren sowie ihre Familien aus allen Teilen der Welt werden hier jährlich behandelt. Sie haben Diagnosen wie Zerebralparese, Autismus oder Down Syndrom.

„Der Kontakt und die Interaktion mit Delfinen fördert bei den Patienten das Bedürfnis Fortschritte zu machen. Der Delfin fesselt ihre Aufmerksamkeit, er beruhigt und hat eine einzigartige Fähigkeit zu motivieren“, heißt es von Seiten des Delfin-Therapie-Zentrums Curaçao.

Infos sowie Videos unter

www.cdtc.info/de

„Schnell wurde uns jedoch klar, dass Lia nicht nur starke Einschränkungen, sondern auch einen sehr starken Kampfgeist hat“, lächelt Franziska Schulz stolz. Nach sieben Wochen verließ Lia das Krankenhaus – und blieb bis heute anfallsfrei. Was geblieben sind, sind jedoch die Einschränkungen in motorischer, sprachlicher und geistiger Hinsicht. Doch auch daran arbeitet die Familie mit Feuereifer.

„Jetzt ist Lia fünf Jahre alt und hat dank Ergotherapie, Logopädie und Krankengymnastik schon so viel geschafft“, sagt Franziska Schulz. Seit ein paar Monaten kann das Mädchen sogar laufen – und ist sehr stolz darauf. Tolle Fortschritte macht das fröhliche Kind auch beim Sprechen: Immerhin 40 Worte umfasst ihr Wortschatz inzwischen. Doch da geht noch mehr: „Lia hat ihr ganzes Leben noch vor sich und wir wollen nichts unversucht lassen, damit unser kleiner Schatz noch viel erreichen kann. Deshalb wollen wir Lia ermöglichen, an einer Delfintherapie teilzunehmen“, sagt Franziska Schulz.

Durch eine Fernsehsendung wurde sie auf diese spezielle Therapieform aufmerksam. „Wir hoffen, dass Lias Sprache sich durch den spielerischen Kontakt mit den Delfinen weiter entwickelt, dass ihre Muskulatur und Motorik sich verbessern und dass sie ihre Ängste etwas ablegen kann“, sagt die 32-jährige Wildeshauserin.

Noch sei die Fünfjährige nämlich sehr schreckhaft, auch wenn das durch ihre Zeit im Integrationskindergarten Neerstedt schon viel besser geworden sei. Vielleicht bleibt Lia noch ein weiteres Jahr im Kindergarten, vielleicht wechselt sie auch in die Schule. Das wird sich demnächst entscheiden.

Termin im März

Der Termin für die Delfintherapie steht übrigens bereits fest: Im März 2019 soll es losgehen. Da die Gesamtkosten für die aufwendige Therapie mit 15.000 Euro sehr hoch sind, hat Familie Schulz vor einiger Zeit eine Spendenaktion gestartet. 4000 Euro sind so im Verwandten- und Bekanntenkreis sowie über Facebook bereits zusammengekommen. „Jetzt hoffen wir, dass wir über den Aufruf in der NWZ zumindest auf 10.000 Euro kommen“, sagt Franziska Schulz.

Grund zum Optimismus gibt ihr die Tatsache, dass NWZ-Leser bereits zweimal Kindern mit starken Handicaps zu einer Delfintherapie verhalfen: 2013 reiste Dominik nach Curaçao, 2016 Alina. Die Fortschritte waren in beiden Fällen überwältigend. Die wegen eines seltenen Gendefekts schwerst behinderte Alina machte durch die Therapie nach Angaben ihrer Mutter Helena Gerber einen riesigen Schub und meistert ihren Alltag seitdem viel leichter. Und auch der an unheilbarem Muskelschwund leidende Dominik verbrachte in Curaçao nach Angaben seiner Pflegemutter Bettina Kürbis die „bisher glücklichste Zeit in seinem Leben“, von der er immer noch zehre.

Auf eine ähnliche Entwicklung hofft auch Familie Schulz. Anders als die Familien Kürbis und Gerber hat sie allerdings kein Spendenkonto beim Verein Dolphin Aid eingerichtet, sondern startet die Aktion privat. „Deshalb können wir leider keine Spendenquittung ausstellen“, bedauert Franziska Schulz. Sie und ihr Mann hoffen dennoch auf viele Menschen, die das Schicksal ihres kleinen Mädchens nicht kalt lässt. Die IBAN-Nummer des Spendenkontos lautet: DE 29 200 411 440 156 704 900 (Kontoinhaber: Stephan Schulz).

Uta-Maria Kramer
Wildeshausen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2703
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