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Diabetes Wenn der Treibstoff fehlt

Klaus Hilkmann
Dr. Falk Theil empfiehlt Diabetikern gerade  an den Festtagen besonders gut auf sich Acht zu geben und vor allem Warnzeichen für eine Entgleisung ernst zu nehmen.

Dr. Falk Theil empfiehlt Diabetikern gerade an den Festtagen besonders gut auf sich Acht zu geben und vor allem Warnzeichen für eine Entgleisung ernst zu nehmen.

Krankenhaus Johanneum

Wildeshausen - Ein auch als Zuckerkrankheit bezeichneter Diabetes mellitus ist eine vor allem in westlichen Industrieländern weit verbreitete Stoffwechselerkrankung, die erhebliche Beschwerden verursachen und schwerwiegende Folgeerkrankungen begünstigen kann. Bei einem Diabetes Typ 1 ist die Bauchspeicheldrüse nicht in der Lage genügend Insulin zu produzieren, das die Körperzellen zur Verwertung des aufgenommenen Zuckers benötigen.

Ein zumeist angeborener Diabetes Typ 1 macht sich oft schon im Kindesalter bemerkbar und begleitet Betroffene lebenslang. Der mit einem Anteil von 90 Prozent sehr viel häufigere Diabetes Typ 2 wird in der Regel durch einen ungesunden Lebensstil erworben. Diese Form der Zuckererkrankung stellt sich insbesondere infolge von starkem Übergewicht ein, das wiederum das Ergebnis einer zu üppigen Ernährung sowie mangelnder Bewegung ist.

Anders als beim Typ 1 ist die körpereigene Insulinversorgung bei einem Typ 2-Diabetes eigentlich ausreichend. Das Problem ist, dass die produzierte Menge nicht richtig von den aufnehmenden Zellen verwertet werden kann. „Betroffene können mit einer konsequenten Veränderung ihres Alltagsverhaltens selbst zur Problemlösung beitragen“, erklärt Dr. Falk Theil, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin im Krankenhaus Johanneum Wildeshausen. Im besten Fall lasse sich ein Typ 2-Diabetes durch eine deutliche Gewichtsreduzierung und Steigerung der körperlichen Aktivitäten weitgehend oder sogar komplett überwinden.

Erhöhtes Infarkt-Risiko

Menschen mit einem lange Zeit andauernden Diabetes müssen mit einem erhöhten Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenfunktionsstörungen rechnen. Mögliche Folgen können auch eine Erblindung oder Fußamputation sein. Die Zahl der Diabetes-Patienten nimmt nach Angaben des Robert Koch-Instituts seit Jahren zu. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass in Deutschland rund 4,6 Millionen Frauen und Männer mit einem Diabetes leben.

Das für einen gut funktionierenden Stoffwechsel benötigte Insulin wird normalerweise automatisch in der jeweiligen passenden Menge in der Bauchspeicheldrüse produziert und dem Blutkreislauf zugeführt. Die entscheidende Funktion des körpereigenen Hormons ist, den mit der Nahrung aufgenommenen Zucker so zu verwerten, dass dieser von den Zellen aufgenommen werden kann. Falls dies nicht der Fall ist, führt die dann verminderte Verstoffwechslung dazu, dass der Zucker größtenteils im Blutgefäßsystem verbleibt, wo er über kurz oder lang für Schädigungen sorgt.

Lebenswichtige Funktion

Bei Menschen ohne Diabetes liefert der mit der Nahrung aufgenommene Zucker den an allen lebenswichtigen Funktionen beteiligten Zellen die benötigte Energie. Voraussetzung ist, dass der Zucker – mithilfe von Insulin als Türöffner – von den Zellen aufgenommen werden und dann wie Treibstoff als Energiegeber wirken kann.

Das Leben mit einer Diabetes-Erkrankung ist für viele Betroffene mit einer guten Lebensqualität möglich. Dafür muss der Patient allerdings aktiv an der Behandlung mitwirken. Neben regelmäßigen Gesundheitschecks und Kontrolluntersuchungen beim Diabetologen bzw. Hausarzt sowie einer diszipliniert durchgeführten Medikation ist auch das Alltagsverhalten wichtig. Dazu zählt neben ausreichend Bewegung und Sport vor allem eine gesundheitsbewusste Ernährung.

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