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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Für eine gute Lebensqualität

13.11.2018

Wilhelmshaven Bei einem Diabetes mellitus handelt es sich um eine chronische Erkrankung des Stoffwechsels. Hauptmerkmal ist ein erhöhter Blutzuckerspiegel, der infolge eines Insulinmangels oder einer Insulinresistenz entsteht. Der auch als Altersdiabetes, zumeist ab dem 40. Lebensjahr auftretende Typ 2 zählt zu den am meisten verbreiteten Erkrankungen in westlichen Industrieländern. In Deutschland liegt die Betroffenenzahl bei 6,5 Millionen Frauen und Männer.

Das Entstehen eines Typ-2 Diabetes wird durch einen ungesunden Lebensstil begünstigt, der vor allem von starkem Übergewicht und Bewegungsarmut gekennzeichnet ist. Bei einem Typ-2 Diabetes können die für die Insulinproduktion verantwortlichen Betazellen der Bauchspeicheldrüse meistens zwar noch Teilmengen des Hormons produzieren, die der Organismus zur Regelung der Blutzuckerwerte benötigt. Früher oder später reicht die natürlich erzeugte Insulinmenge aber nicht mehr zur Bedarfsdeckung aus.

Insulin zuführen

Wenn es so weit ist, stellen sich oft heftige Beschwerden ein, die unter anderem von Müdigkeit, Leistungsverlust, Sehstörungen, häufigem Wasserlassen, einem gesteigerten Durstempfinden sowie einer Neigung zu Infektionen reichen können. Betroffene müssen die benötigte Insulinmenge per Injektion von außen zuführen, um den Blutzucker im Gleichgewicht zu halten. Nur so lassen sich akute Beschwerden und gesundheitliche Folgeschäden lindern oder vermeiden. Mittels eines gesünderen Lebensstils, neuer Medikamente und einer optimalen ärztlichen Betreuung kann es mitunter gelingen, mit weniger oder sogar ohne künstliches Insulin auszukommen.

Bei einem Diabetes mellitus Typ-1 ist das anders. Hier hat der Organismus seine Fähigkeit zur Insulinproduktion für immer weitgehend oder komplett verloren. Die Erkrankung tritt bei den meisten Betroffenen schon in jungen Jahren auf, kann aber auch im höheren Lebensalter beginnen. In Deutschland ist nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)jedes 500. Kind an einem Typ-1 Diabetes erkrankt. Die Gesamtzahl liegt demnach bei rund 300 000 Menschen.

Viele Typ-1 Diabetiker sind schlank, sportlich aktiv und leben nicht mit den für einen ungünstigen Stoffwechsel typischen Risiken. Meistens seien es spezifische Antikörper, die für die immunologischen Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse sorgen, berichtet Priv.-Doz. Dr. Thomas Schleiffer, Chefarzt der Medizinischen Klinik III – Innere Medizin, Diabetologie, Endokrinologie, Rheumatologie und Nephrologie im Klinikum Wilhelmshaven. Wodurch diese kritische Immunreaktion ausgelöst wird, ist wissenschaftlich noch offen.

Komplikationen möglich

Bei einer frühzeitigen effektiven Therapie können Patienten mit einem Typ-1 Diabetes eine gute Lebensqualität erreichen – inklusive einer inzwischen zunehmend normalen Lebenserwartung. Risiken für Typ-1 Diabetiker sind nicht nur Entgleisungen des Blutzuckers, sondern auch krankheitsbedingte Komplikationen wie Erkrankungen an der Netzhaut des Auges, der Nieren, Fußnerven sowie Herz- und Kreislaufprobleme.

Eine Heilung des Typ-1 Diabetes sei nicht möglich, erklärt Dr. Schleiffer: „Der Grund ist, dass die für die Insulinproduktion maßgeblichen Betazellen bislang nicht regeneriert werden können. Beim Typ-1 Diabetes werden diese Hormonzellen nach einem über Monate oder Jahre verlaufenden Prozess weitgehend zerstört.“ Betroffene sind dann dauerhaft auf eine individuell genau dosierte Zufuhr von Insulin angewiesen.

Für die Behandlung von Typ-1 Diabetikern sind mehrere Faktoren entscheidend. Dabei muss vor allem sichergestellt sein, dass der Blutzuckerspiegel an 24 Stunden des Tages optimal eingestellt ist. Die dafür benötigte Insulindosis ist einerseits abhängig vom individuellen Grundbedarf und variiert andererseits je nach Tageszeit, der Zusammensetzung der Mahlzeiten und der körperlichen Aktivität. Hinzukommen weitere Belastungsfaktoren, die zum Alltag gehören können, wie etwa entzündliche Erkrankungen.

Menschenmit einem Typ-1 Diabetes brauchen einen sorgfältig ausgearbeiteten Therapieplan mit einem individuell angepassten Insulinmanagement, wie Dr. Thomas Schleiffer betont. Neben länger wirksamem Insulin, das den täglichen Grundbedarf abdeckt, müssen kurzwirksame Insuline eingesetzt werden, die den Bedarf auch nach einem üppigen Essen so gut decken, dass der Blutzuckerspiegel nahe am Normbereich bleibt und sich keine Beschwerden einstellen. Für die Betroffenen bedeutet das, dass sie im Prinzip alles essen und trinken können, wenn sie danach umgehend für eine genau passende Insulinzufuhr sorgen.

Von außen zugeführtes Insulin bleibt als Tablette oder in Flüssigkeit eingenommen unwirksam. Das Hormon muss bei einem Typ-1 Diabetes regelmäßig gespritzt werden, um den Blutzuckerspiegel wie gewünscht regulieren zu können. Der Grund ist, dass Insulin ein Eiweiß ist, das nach der Ankunft im Organismus umgehend von der Magensäure inaktiviert wird, wenn es nicht direkt in das Fettgewebe der Unterhaut injiziert wird.

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