Bad Zwischenahn - Cannabis hat eine lange Tradition als Nutz- und Heilpflanze und zählt zugleich zu den ältesten bekannten Rauschmitteln. „Mit der weiteren Verbreitung der Pflanze trat ihre Funktion als Rauschmittel immer mehr in den Vordergrund“, schreibt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen. In Europa habe sich der Konsum seit dem letzten Drittel der 20. Jahrhunderts stark ausgebreitet. In Deutschland sei Cannabis heute nach Alkohol und Nikotin das am meisten verbreitete Rauschmittel.

Hauptwirkstoff der Cannabispflanze ist Tetrahydrocannabinol (THC). Eine Rauschwirkung stellt sich erst ab einem bestimmten THC-Gehalt in der Pflanze ein. Durchspezielle Züchtungen kann die normale Wirkstoffkonzentration deutlich erhöht werden, was aus gesundheitlicher Sicht problematisch ist, betont Prof. Dr. Jörg Zimmermann. Die Wirkung basiere darauf, dass das menschliche Gehirn Cannabisrezeptoren besitzt, die durch die Einwirkung von THC aktiviert werden. Für die psychischen Wirkungen ist insbesondere der sogenannte CB-1-Rezeptor verantwortlich.

Als Folge werden bestimmte Hirnregionen beeinflusst, die entscheidend für die Grundstimmung sind. Während der Wirkungsdauer ist die körperliche und psychische Leistungsfähigkeit des Konsumenten eingeschränkt. Da dies unter anderem auch das Konzentrations- und Reaktionsvermögen betrifft, spielt Cannabis-Konsum zum Beispiel bei gefährlichem Verhalten im Straßenverkehr oft eine große Rolle.