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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit

Endometriose: Wucherungen im Unterleib

24.03.2015

Oldenburg Bei einer Endometriose produziert der weibliche Organismus aus ungeklärten Gründen außerhalb der Gebärmutter gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe. Anders als bei der Regelblutung wird das Gewebe nicht durch die Scheide abgestoßen, sondern verbleibt im Unterleib. Das Gewebe kann sich dort an verschiedenen Organen wie der Blase, dem Darm und in seltenen Fällen auch in der Lunge ansiedeln. Zudem ist eine Einwucherung in Geschlechtsorgane wie den Eierstöcken und den Eileitern möglich, weshalb die Endometriose der häufigste Grund für eine anhaltende Unfruchtbarkeit ist.

Krämpfe und Schmerzen

Da die Aktivität der Endometrioseherde von den Hormonen des Monatszyklus beeinflusst wird, kommt es bei den meisten Betroffenen kurz vor oder nach der monatlichen Regel zu besonders großen Beschwerden. Typisch sind dabei Bauch- und Rückenschmerzen, die in die Beine ausstrahlen können. Außerdem sorgt die Endometriose häufig dafür, dass die Monatsblutungen unregelmäßig und unnatürlich heftig verlaufen. Zudem leiden viele Betroffene unter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, bei einer gynäkologischen Untersuchung und/oder während des Eisprungs. Auch kann es zu Blasen- und Darmkrämpfen, Schmerzen bei der Blasen- und Darmentleerung sowie immer wieder auftretenden Blutungen aus der Blase oder dem Darm kommen. Im Zuge der Beschwerden leiden viele Frauen unter Müdigkeit und Erschöpfung sowie einer erhöhten Allergie- und Infektanfälligkeit.

Die regelmäßigen Einblutungen verursachen Entzündungsreaktionen, die in der Regel effektiv durch das körpereigene Abwehrsystem bekämpft werden. Als dessen Folge kann es allerdings zu Vernarbungen und Verwachsungen sowie zur Bildung von Zysten kommen. Die Gründe für das Auftreten der erstmals im Jahr 1861 beschriebenen Erkrankung sind bis heute nicht vollständig geklärt. Die Medizin geht davon aus, dass letztlich eine Erkrankung des Immunsystems für die Nichtbeseitigung der übermäßigen Gewebeproduktion verantwortlich ist. Da eine familiäre Häufung nachgewiesen ist, scheint gesichert, dass die Wahrscheinlichkeit einer Endometriose durch genetische Gründe beeinflusst wird.

Die Endometriose-Vereinigung Deutschland beziffert die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen mit etwa 30 000 Fällen. Bis zu 20 Prozent aller Frauen im reproduktiven Alter sind von einer leichten oder schweren Form der Endometriose betroffen. Der Krankheitsverlauf ist ebenso wie die Beschwerdebilder und die Folgen von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Das Ausmaß der Beschwerden ist längst nicht immer ein verlässlicher Indikator für die Ausbreitung der Erkrankung.

Besuch beim Frauenarzt

Sicher ist, dass eine Endometriose oft lange Zeit unerkannt bleibt – auch, weil die Betroffenen glauben, dass die Beschwerden eine normale Begleiterscheinung der Monatsregel sind, berichtet Prof. Dr. Dr. Rudy Leon De Wilde, Direktor der Universitätsklinik für Gynäkologie im Pius-Hospital und Leiter des Endometriosezentrums Stufe III Oldenburg: „Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Endometriose-Patientinnen im Schnitt mehr als fünf Jahre warten, bis sie sich nach dem Auftreten erster Symptome zu einer Untersuchung beim Frauenarzt entscheiden und die Krankheit entdeckt wird.“

Um einer Endometriose auf die Spur kommen zu können, ist zunächst eine ausführliche Anamnese nötig, bei der die Krankheitsgeschichte über einen längeren Zeitraum genau geschildert wird. Anschließend erfolgt eine gynäkologische Untersuchung. Zudem können neben einer Ultraschalluntersuchung auch ein MRT und eine Computertomographie nötig sein. Für einen sicheren Befund ist in der Regel zudem eine Bauchspiegelung erforderlich, bei der auch Gewebeproben gewonnen werden können.

Als Endometriose-Therapie kann je nach individuellem Krankheitsbild eine medikamentöse Behandlung oder eine Operation am besten geeignet sein, betont De Wilde: „Ziel ist immer, mit einer schonenden Behandlung eine möglichst große Beschwerdefreiheit zu gewinnen. Wenn möglich, versuchen wir ohne eine Operation auszukommen.“

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Mit einer gezieltenHormontherapie kann es gelingen, das Wachstum der Endometrioseherde so weit zu hemmen oder sogar zum Stillstand zu bringen, dass sich Symptome wie Schmerzen oder Blutungen deutlich verringern. Insbesondere wenn die Endometriose in Organe gewuchert ist, müssen die Wucherungen operativ beseitigt werden. „Meistens reicht ein minimal-invasiver Eingriff mit einem kleinen Schnitt aus“, so Prof. Dr. Dr. Rudy Leon De Wilde, der mit seinem Team im Endometriosezentrum des Pius-Hospitals 300 bis 400 Endometriose-Operationen pro Jahr durchführt. Auf entsprechende Eingriffe sind in der Region auch die Zentren des Klinikums Oldenburg und der Ammerland-Klinik Westerstede spezialisiert.

Eine Endometriose kann nicht geheilt werden, wenn sie einmal aufgetreten ist. Dank der Medizin können viele Frauen weitgehend oder komplett von Schmerzen und anderen Symptomen befreit werden. Nach Abschluss einer medikamentösen oder operativen Therapie können sich aber erneut Gewebewucherungen bilden, die Beschwerden verursachen.

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