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Akute Bronchitis Zäher Husten und Auswurf

Klaus Hilkmann

Oldenburg - Anders als vielfach angenommen, führt eine akute Bronchitis nur in seltenen Fällen zu einer Lungenentzündung. Der Grund ist, dass die akute Bronchitis meistens von verschiedenen Virenarten verursacht wird, während die Lungenentzündung fast immer eine bakteriell ausgelöste Erkrankung der Atemwege ist.

Bronchitis: Virusinfektion häufiger Auslöser.

Die für eine akute Bronchitis verantwortlichen Viren werden bei den meisten Betroffenen über eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion – also über Niesen, Husten und Sprechen oder über Händekontakt – übertragen. Die Viren können eine Entzündung der unteren Atemwege auslösen, zu denen unter anderem die von einer dünnen Schleimschicht überzogenen Bronchien und die Luftröhre gehören.

Viren bleiben kleben

Die Bronchien-Schleimhaut funktioniert normalerweise wie ein Schutzschild vor schädlichen Eindringlingen. In der Bronchienschleimhaut sitzen Drüsenzellen, die pro Tag zwischen drei und zehn Milliliter eines komplex aufgebauten Sekrets produzieren. Damit wird die Oberfläche der Bronchien ausgekleidet. So wird sichergestellt, dass Partikel, die über den Mund- und Rachenraum bis zu den Bronchien gelangt sind, auf der Schleimhaut festkleben und dort vom Immunsystem erkannt und vernichtet werden können.

Wie sich der Körper gegen Bronchitis wehrt.

Wenn dieser Abwehrmechanismus etwa wegen besonders aggressiver Viren oder einem geschwächten Abwehrsystem nicht gelingt, können die krank machenden Viren in die Bronchien und andere Teile des Atemsystems eindringen und dort Entzündungen verursachen. Der mit einer Bronchitis verbundene Hustenreiz entsteht, weil der Organismus auf die Entzündung der Bronchien auch mit einer erhöhten Produktion von Schleim reagiert. Das so erzeugte überschüssige Sekret wird in Düsenjägergeschwindigkeit als zäher Auswurf abgehustet, was für Betroffene sehr unangenehm und anstrengend sein kann.

Akute Bronchitis häufig Teil einer Erkältung

Eine akute Bronchitis korrespondiert häufig mit einer ebenfalls durch Viren ausgelösten Erkältung. Typische Symptome sind neben leichtem Fieber bis etwa 38 Grad vor allem Abgeschlagenheit, Schnupfen und Husten. „Wenn der Betroffene über ein intaktes Immunsystem verfügt, werden die krank machenden Viren vom körpereigenen Abwehrsystem erkannt und nach einiger Zeit vernichtet“, erklärt Dr. Regina Prenzel, Direktorin der Klinik für Innere Medizin im Pius-Hospital Oldenburg.

Für die Behandlung einer akuten Bronchitis reicht in der Regel ein Mix aus Ruhe und Schonung sowie pflanzlicher Mittel zur Linderung der Beschwerden aus. Der Einsatz von Medikamenten wie etwa Antibiotika sei allenfalls bei Patienten mit schweren Nebenerkrankungen oder einem stark geschwächten Immunsystem erforderlich, betont Prenzel: „Normalerweise klingen die Krankheitssymptome nach etwa fünf bis sieben Tagen von selbst wieder ab. Dann hat das Abwehrsystem die Viren erfolgreich bekämpft.“

Erholungszeit nötig

Allerdings ist die Entzündung der betroffenen Atemwege mit dem Verschwinden der Symptome nicht immer komplett ausgeheilt. Bis es soweit ist, kann der Körper bis zu sechs Wochen brauchen, was eine Erklärung dafür ist, dass man sich nach einer akuten Bronchitis oder Erkältung mitunter noch einige Zeit geschwächt oder besonders empfindlich fühlt.

Bei einer chronischen Bronchitis (COPD) leiden die Patienten unter einer dauernden Reizung der Atemwege, die zugleich das Atmen behindert und zu einem permanenten Hustenreiz führt. Da diese Erkrankung nicht durch eine vorübergehende Konfrontation mit Viren, sondern durch immer wieder aufs Neue zugeführte schädliche Fremdeinflüsse wie Zigarettenrauch oder anderer Umweltgifte erzeugt wird, klingen die Beschwerden nicht von selbst wieder ab.

Ziel der Therapie ist vor allem, das Fortschreiten der Atemprobleme zu bremsen oder ganz aufzuhalten. Das ist aber nur möglich, wenn die Auslöserfaktoren ausgeschaltet werden, betont Prenzel: „Als Erstes muss der Patient mit dem Rauchen aufhören und sich von Zigarettenqualm und anderen Umweltgiften fern halten.“ Darüber hinaus könne die Therapie durch verschiedene Medikamente unterstützt werden.

Eine auch als Pneumonie bezeichnete Lungenentzündung wird in den meisten Fällen durch eine Bakterien-Infektion ausgelöst. Die sogenannten Pneumokokken, die es in mehr als 90 unterschiedlichen Typen gibt, sind die mit Abstand häufigste Erregerart. Bei der Lungenentzündung ist das gesamte Lungengewebe entzündet – inklusive der Lungenbläschen, in denen der Gasaustausch stattfindet. Da dieser für die Atmung und die Körperfunktion insgesamt entscheidende Prozess bei einer Lungenentzündung gestört ist, fühlen sich Betroffene meistens richtig krank, erklärt Dr. Regina Prenzel: „Die Beschwerden sind oft ähnlich, aber meistens deutlich schlimmer als bei einem grippalen Infekt oder einer akuten Bronchitis.“

Die Therapie einer Lungenentzündung erfolgt in erster Linie durch Antibiotika, die für ein Abklingen der Entzündung sorgen. Ob der Patient die Erkrankung zu Hause auskurieren kann oder einige Tage im Krankenhaus nötig sind, entscheidet der Arzt auch anhand einer Risiko-Bewertung. Zu den Kriterien zählen etwa Kurzatmigkeit, der Blutdruck und das Alter.

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