Nicht selten werden Patienten, die im Rahmen einer Routineuntersuchung eine Blutuntersuchung durchführen lassen, mit dem Befund erhöhter Leberwerte konfrontiert.

Manchmal erleben auch Menschen, die zu einer Blutspende bereit sind, dass sie wegen auffälliger Leberwerte, obwohl sie sich völlig gesund fühlen, von der Blutspende ausgeschlossen werden.

In der Regel wird dem Patienten empfohlen, in den nächsten Wochen keine Schadstoffe, in erster Linie Alkohol, zu sich zu nehmen. Natürlich ist eine exakte Angabe eventuell eingenommener Medikamente absolut zwingend, da auch durch sie Leberwertveränderungen auftreten können.

Sollte sich der Befund der erhöhten Leberwerte bestätigen, werden weitere Untersuchungen nötig. Neben der Vorgeschichte (Reisen, Arbeitsplatzbedingungen, Erkrankungen in der Familie und andere Faktoren) werden zusätzliche Laboruntersuchungen erforderlich, außer der körperlichen Untersuchung zusätzlich eventuell eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie).

Sehr weit führt in der Abklärung schon oft die gründliche Befragung des Patienten zum Beispiel nach Impfschutz, Kontakt mit kranken Menschen und fehlendem Impfschutz vor Reisen. Bei Müdigkeit oder Gelenkbeschwerden ist eventuell ein immunologischer Prozess die Ursache.

Sehr häufig findet sich bei Patienten mit einer Darmerkrankung (zum Beispiel Colitis ulcerosa, M. Crohn) eine begleitende Leberbeteiligung. Ein krankhaftes Übergewicht gehört ebenso zu den Ursachen für erhöhte Leberwerte.

Die gründliche körperliche Untersuchung gibt schon oft wertvolle, richtunggebende Hinweise.

In der Regel wird mittels erweiterter Laboruntersuchungen eine Zuordnung zu einem Krankheitsbild möglich. Insbesondere kann man dadurch eine bis dahin vielleicht unbemerkte Virusinfektion (Hepatitis A,B,C) ausschließen oder nachweisen.

Eine besondere Hilfe im diagnostischen Programm ist die Ultraschalluntersuchung. Diese kann Veränderungen an den Gallenwegen, der Bauchspeicheldrüse oder auch Tumorerkrankungen in der Umgebung entdecken.

Leider finden sich manchmal Tochtergeschwülste (Metastasen) in der Leber eines bislang unentdeckten Tumorleidens, zum Beispiel beim Darmkrebs.

Nur wenn diese Methoden kein eindeutiges Ergebnis zeigen, wird man in seltenen Fällen eine Gewebeprobe entnehmen müssen.

Man sollte also in jedem Fall bei zufällig erhöhten Leberwerten, da sie oft ohne erkennbare Einschränkung der Leistungsfähigkeit oder des Befindens einhergehen, trotzdem eine gründliche Abklärung anstreben, um nicht am Ende unangenehme Überraschungen zu erleben. Eine bis dahin gut behandelbare Krankheit sollte auf jeden Fall nicht in ein Stadium kommen, in dem eventuell nur eine Defektheilung möglich ist.