Oldenburg - Zur Entfernung einer Eierstockzyste reicht meistens ein minimal-invasiver Eingriff aus, bei dem die Eierstöcke erhalten und voll funktionsfähig bleiben. Bei dieser auch als Laparoskopie bezeichneten Bauchspiegelung wird unterhalb des Bauchnabels eine Mini-Kamera in den Bauchraum eingebracht, mit der man die Zyste genau identifizieren kann. Zugleich erfolgt links und rechts davon ein ebenfalls höchstens fünf Millimeter kleiner Zugang, durch den die Zyste erreicht und mit kleinen Spezialinstrumenten entfernt werden kann.

Auf die gleiche Weise kann mitunter ein bösartiger Eierstocktumor entfernt werden. Dafür wird ein reißfester Bergesack eingesetzt, der den Tumor fest und komplett umschließt, damit keine Tumorzellen in benachbarte Strukturen verschleppt werden. In manchen Fällen kann dann ein größerer Bauchschnitt erforderlich sein, was ein aufwendigerer Eingriff ist.

Die bei einer Bauchspiegelung verursachte Wunde schließt sich entweder von selbst oder wird vom Operateur mit einer Naht verschlossen. Je nach Wunsch und körperlichem Allgemeinzustand der Frau kann der Eingriff ambulant oder stationär erfolgen, berichtet Prof. Rudy Leon De Wilde: „Entscheidend ist immer, wie der Eingriff verlaufen ist und wie sich die Patientin fühlt.“ Mit der Entfernung einer oder mehrerer Eierstockzysten kann die Frau zwar von ihren akuten Beschwerden befreit werden. Das Ausgangsproblem – das gestörte hormonelle Gleichgewicht – ist aber nicht gelöst.