Erich Henkensiefken (Bild) hat seine an Leukämie erkrankte Frau Helga während der Erkrankung begleitet.

Wie haben Sie auf die Leukämie-Diagnose Ihrer Frau reagiert?

HenkensiefkenDen Tag der Diagnose – der 9. April 2009 – werden wir wohl nie vergessen. Ich bin auf der Arbeit angerufen worden, dass ich sofort mit meiner Frau zum Onkologen kommen soll. Wir hatten sofort das Gefühl, dass etwas Schlimmes vorliegen muss. Leider hat sich die böse Ahnung dann bestätigt. Bei meiner Frau war eine AML-Leukämie – eine besonders gefährliche Erkrankungsform – festgestellt worden.

Hat die Erkrankung Ihr Leben völlig verändert?

HenkensiefkenJa, natürlich. Wir waren für kurze Zeit geschockt und haben uns anschließend aber gesagt, dass wir nicht klagen dürfen, sondern handeln müssen. Meine Frau hat dann eine fünftägige, sehr intensive Chemotherapie absolviert, die ein Großteil der Patienten nicht überlebt. Zum Glück hat sie die Behandlung letztlich gut überstanden. Das Ganze war gleichwohl eine sehr schwere Zeit.

Wie kann man als Partner helfen?

HenkensiefkenEigentlich nur durch einen starken Zusammenhalt. Man darf nie an sich selbst denken und muss einfach für den anderen da sein. Ich habe immer wieder versucht, meine Frau zu stärken und ihr das Gefühl zu geben, dass wir es gemeinsam schaffen werden. Uns hat dabei sehr geholfen, dass wir unseren Freunden und Bekannten gemeinsam mitgeteilt haben, wie die Lage ist. Zwar ist es wichtig, immer wieder neue Hoffnung zu schöpfen. Etwas zu beschönigen, hilft aber nicht weiter.