Goldenstedt - Ohrenbetäubender Lärm vom Bass, der E-Gitarre und den Drums, begleitet von Flammenwerfern und einer fetzigen Lichtshow haben am Freitag und Sonnabend den idyllischen Goldenstedter Erholungspark am Hartensbergsee in eine Art „Rock im Park“ verwandelt. Allein in diesem Jahr konnten sich die Organisatoren des seit 2012 jährlich stattfindenden Festivals „Afdreiht un Buten“ über rund 500 Gäste freuen, von denen 300 bereits am Freitag vor den zwei Bühnen des Geländes tanzten.

„Schon der Vorverkauf war dieses Jahr viel besser. Insgesamt haben wir im Vergleich zum Vorjahr gut 100 Gäste mehr. Das zeigt uns, dass unser Festival von Jahr zu Jahr immer besser angenommen wird“, so Mitorganisatorin Ina Ortmann. Es sei schade, dass das Amphitheater und das gesamte Gelände am Hartensbergsee weitgehend leer stünden. „Deshalb freuen wir uns umso mehr, dem Gelände jedes Jahr aufs Neue ein wenig Leben einhauchen zu können.“

Trotz des schlechten Wetters kippte die Stimmung am Hartensbergsee nicht – im Gegenteil. Sowohl die große Bühne am Amphitheater als auch die kleine Richtung See waren stets gut besucht – Regen hin oder her. Die meisten Musikfans hatten sich mit Regencape und Kapuze vor dem Nass von oben bestens geschützt.

Für Peter (39) aus Ermke war es das erste Festival in diesem Jahr. „Ich war zwar schon im Juni beim Auftritt von AC/DC in Hannover, das ist natürlich ein ganz anderes Kaliber. Aber das hier hat etwas ganz Besonderes: In der freien Natur ist es viel einladender als auf einem Messegelände.“ Das sei für ihn auch einer der Hauptgründe gewesen, warum er sich in diesem Jahr zu einem Besuch des „Afdreiht un Buten“-Festivals entschieden habe.

Auch eine Gruppe aus Visbek, die im Juli das Cuxhavener Deichbrand-Festival mit rund 45 000 Gästen besucht hatte, verriet, was das „Afdreiht un Buten“ gegenüber so großen Festivals besonders macht: „Das Deichbrand ist natürlich eine ganz andere Größenordnung. Das macht das Ganze aber auch anonymer, im Gegensatz zum Festival hier in Goldenstedt“, sagte Hendrik (22). Die familiäre Atmosphäre am alten Theatergelände mit dem anliegenden See, alles in freier Natur und in so kleinem Rahmen sei viel persönlicher. Man kenne sich. „Deshalb komme ich jedes Jahr wieder.“

Am Sonntag gegen ein Uhr endeten die Live-Acts mit den Headlinern „Antilopen Gang“ und „Slime“. Anschließend schmiss der DJ seine Plattenteller an, und es wurde noch lang und ausgiebig gefeiert.