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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Goldenstedt

Neue Grabungen an der Arkeburg

31.05.2014

Goldenstedt „Das hier ist pures Glück“, freuten sich die Mitglieder des Grabungsteams unter der Leitung von Professor Bernd Ulrich Hucker von der Universität Vechta an der Arkeburg in Goldenstedt. Gemeint ist der Fund der sichtbaren Schnitt-Überreste von Grabungen vor mehr als 100 Jahren. Damals hatte Dr. Bernhard Uhl im Jahre 1906 im Auftrag des Burgenforschers Professor Carl Schuchhardt Pfostensetzungen am West- und Ostausgang der größten Ringwallanlage Nordwestdeutschlands entdeckt. Hier ist eine ehemalige Toranlage zu vermuten. Nachgewiesen ist zudem, dass beide Ringwälle von vorgelagerten Spitzengräben umschlossen waren.

Nunmehr konnten dank der Forschungsförderung durch Anna und Heinz von Döllen und Hilfestellung durch die Gemeinde Goldenstedt hier neuerliche archäologische Grabungen beginnen. Dabei haben alle Mitwirkenden drei Fragen vor Augen: Wer hat diese Anlage gebaut? Wann wurde sie gebaut? Zu welchem Zweck wurde sie gebaut?

Huckers Untersuchungen haben bereits ergeben, dass die Arkeburg wie eine Spinne im Netz von Altstraßen und historischen Gerichtsplätzen saß. Sie wird aus zwei konzentrischen Ringwällen gebildet, einem äußeren mit elliptischem Grundriss und einem ungefähren Durchmesser von 350 mal 260 Meter. Der innere Ringwall erhebt sich bei einem Durchmesser von rund 220 mal 160 Meter auf einer unregelmäßigen Grundrissform. Der äußere Ringwall wurde im Westen und Südosten von zwei weiteren Wällen flankiert, die heute durch Überpflügung weitgehend eingeebnet sind. Die Eingänge befanden sich beim Außenwall im nördlichen und südlichen, beim Innenwall im östlichen und westlichen Bereich.

Die Fachleute vom Institut für Vor- und Frühgeschichte der Universität Hamburg unter der Verantwortung von Dr. Frank Andraschko, die drei Archäologen Niels Herzinger, Julia Vogt und Ester Gütschow, haben bereits im Mai zwei Schnitte gemacht, einer wird im Juni noch folgen. Aufgrund der ersten beiden Schnitte am Westtor des inneren Walls und am Osttor des äußeren Walls konnten die Hamburger das Profil der Wälle rekonstruieren. Dabei wurden Verfüllungen erkannt und teilweise untypische Materialien traten zutage.

So zum Beispiel der hier nicht vorkommende Lehm, zu dem Andraschkos Meinung lautet, dass diese als Abstützung gedachte Verfüllung auf alle Fälle vom Menschen stamme. Und Holzkohle, „das muss von Brandrodungen herrühren“, sagt Herzinger. Seine Kollegin Gütschow fügt aber gleich hinzu, dass sie noch beim Sammeln der Fakten sind und die Interpretationen erst folgen können, wenn damit abgeschlossen werde. „Dann ist es auch möglich“, so Hucker, diese „mit den Ergebnissen der historischen Forschung“ in Beziehung zu setzen.

Die Archäologen wollen in der zweiten Juniwoche an einem anderen Tor weitergraben.

Peter Linkert
Redaktionsleitung Cloppenburg
Redaktion Münsterland
Tel:
04471 9988 2800

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