LOUISVILLE/FRANKFURT - Der Engländer Nick Faldo befindet sich als Ryder-Cup-Kapitän auf der wohl heikelsten Mission seiner Karriere. Dreimal nacheinander gewannen die Europäer den prestigeträchtigen Golf-Vergleich gegen die USA. Im Valhalla Club von Kentucky legten die Gäste allerdings einen Fehlstart hin.

Erstmals seit 1995 lagen die Europäer zum Auftakt zurück. Der vierte Ryder-Cup-Erfolg in Serie schien nach dem 2,5:5,5 vom Freitag in weite Ferne gerückt, erst am Sonnabend hieß es nach einer Aufholjagd zwischenzeitlich nur noch 7:9. „Freitag gehörte den Amerikanern. Sonnabend hatten wir die Nase vorn. Das Ziel war, uns Schlag für Schlag heranzuarbeiten“, sagte der wegen seiner Personalentscheidungen umstrittene Leitwolf vor den Einzeln am Sonntag (Ortszeit).

Elf Ryder Cups hat der „alte Fuchs“ Faldo bestritten und dabei mit 25 Punkten vor Bernhard Langer (10/24) mehr als jeder andere Golfprofi aus Europa gesammelt. Das hatte den Egozentriker für das Amt des Teamkapitäns mit alleiniger Verantwortung prädestiniert. Und bei der Teambildung für die 16 Vierer sowie die Singles setzte er seine Autorität auch gegen Kritiker von außen durch, die schon bei der Vergabe der Wildcards an seine englischen Kumpels Ian Poulter und Paul Casey Übervorteilung unterstellten. Poulter rechtfertigte seine Nominierung indes durch drei Punkte. „Der Teamspirit ist gut, das wird entscheiden“, so Faldo.