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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Großenkneten

GESUNDHEITSPOLITIK: Ärzte und Apotheker verärgert

23.01.2008

GROßENKNETEN Wird es irgendwann den Hausarzt um die Ecke in der Gemeinde Großenkneten nicht mehr geben, sondern nur noch eine Poliklinik mit Apotheke in Wildeshausen? „Und die Menschen müssen sehen, wie sie dahin kommen, egal, wie krank sie sind“, warf Großenknetens FDP-Vorsitzender Michael Feiner einen düsteren Blick in die Zukunft. Ganz so weit ist es noch nicht.

Doch die hausärztliche Versorgung im ländlichen Bereich wird immer mehr zu einem großen Problem. Kein junger Kollege sei mehr bereit, eine Praxis zu übernehmen, stellte Dr. Katharina Nagel-Osterndorff aus Großenkneten am Dienstag bei einer Gesprächsrunde mit Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Walter Hirche (FDP), fest: „Die Praxen sind nicht mehr zu verkaufen.“ Jüngstes Beispiel ist die vergebliche Arzt-Nachfolgersuche in Ahlhorn.

Walter Hirche war in Begleitung des Landtagskandidaten Uwe Behrens und des FDP-Abgeordneten Christian Dürr zu dem Gespräch über Ärzteversorgung sowie wirtschaftliche Situation der Ärzte und Apotheken in die Großenkneter Heide-Apotheke gekommen.

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Hausärzte aus der Gemeinde nutzten die Gelegenheit, ihre Sorgen und Nöte zu schildern. Dr. Uwe Schmuckall aus Ahlhorn brachte es auf den Punkt: „Wäre ich zehn Jahre jünger, wäre ich nicht mehr in Deutschland“, sagte der Mediziner. Zu schlecht sind mittlerweile die Rahmenbedingungen. Das Geld, das ein selbstständiger Arzt in seine Praxis investieren müsse, lasse sich nicht mehr amortisieren. Als Hausarzt werde man zerrieben zwischen den Ansprüchen der Patienten und den strikten Vorgaben der Kassen. „Was dem Patienten zusteht per Gesetz, ist nur noch eine ausreichende Behandlung“, sagte Schmuckall. Ausreichend stehe für die Schulnote „4“ und nicht für gut und sehr gut. Das sei vielen Patienten nicht bewusst.

Auch die „sprechende Medizin“, das oft sehr wichtige Gespräch mit Patienten, tauche im Abrechnungskatalog der Kassen nicht mehr auf, bedauerte Arzt Bert Raderschatt. Für ihn ist soziale Kälte auf dem Vormarsch. Hirche teilte die Sorgen, was die Enthumanisierung der Medizin angeht. Aus gesellschaftlicher Sicht sei außerdem dem groß angelegten Versuch, Selbstständigkeit der Ärzte zu zerstören, entgegenzuwirken.

Nicht nur die Ärzte, sondern auch Inhaber von Apotheken haben es schwer, im Wust von bürokratischen Vorgaben zu überleben, wie Apothekerin Elisabeth Feiner berichtete. Ihre Kollegin Kirsten Brake, Ahlhorn, nannte ein Beispiel: Da kommt eine Mutter mit dem Rezept für ein Antibiotikum für ihr Kind. Die Apothekerin hat das richtige Antibiotikum vorrätig. Es ist allerdings nicht vom Hersteller, mit dem die Kasse zusammenarbeitet. Das Medikament muss bestellt werden. Die Kundin muss warten und noch mal wiederkommen . . .

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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