Ahlhorn - Mit der orangen Warnweste ist er schon von weitem zu sehen; der Hut mit Tigerfellmuster schützt ihn vor der Sonne. „Halt, nicht da lang“, ruft Gerold Tempelmann am Sonntagmorgen einer Autofahrerin zu. Die Frau stoppt ihren Wagen und Tempelmann erklärt ihr, dass sie links auf der eingezäunten Wiese parken muss. „Rechts ist für die Reiter““, sagt der 73-Jährige. Dort stehen die Autos mit Anhänger in Reih und Glied. Mit Flatterband hat er im Vorfeld für Ordnung gesorgt.

Die ganze Woche schon hatte Tempelmann bei den Vorbereitungen der Reitertage am Lemsen geholfen. „Ich bin Rentner und will etwas zu tun haben.“ Zudem ist er alleinstehend. Von  Freitag bis Sonntag macht er den Parkeinweiser. „Ohne geht es nicht, die Kurve hier ist nicht einsehbar, das wäre zu gefährlich“, erklärt er. 1335 Pferde sind für dieses Wochenende gemeldet. Sein Arbeitstag beginnt um halb sechs, Frühstück gibt’s im Vereinszelt. Um halb acht beginnen die ersten Prüfungen. „Die Pferde müsse eine Stunde vor der Dressur- oder Springprüfung registriert sein“, weiß Tempelmann.

Er kennt sich aus mit Pferden. Daheim auf dem Bauernhof ist er mit ihnen groß geworden. Neben seinem Beruf als Landwirt ist er früher auch Lastwagen gefahren. Seine Ackerflächen hat er verpachtet. „Ich habe zwei Renn- und zwei Springpferde sowie mehrere Pony im Stall.“ Tempelmanns Pferde starten auch bei Wettkämpfen, zum Beispiel beim Duhner Wattrennen. Der Ahlhorner reitet zwar nicht selbst, doch über den Reitverein lernen Kinder bei ihm reiten.