Huntlosen/Wildeshausen - Die Zahl ist nur schwer vorstellbar. Laut deutschem Umweltbundesamt befanden sich bereits im Jahr 2013 zwischen 100 bis 150 Millionen Tonnen Abfälle in den Weltmeeren, 60 Prozent davon aus Plastik. Und dieses Plastik gefährdet Tiere und kann in die Nahrungskette gelangen. Nur: Wie viel Plastik ist in unseren Bächen, Flüssen und Strömen? Dieser Frage ging die 7. Klasse der Hunteschule Wildeshausen nach – im Rahmen einer vom Lernort Huntlosen des Regionalen Umweltzentrums (RUZ) Hollen initiierten Gewässeruntersuchung.
Zum Hintergrund: Auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sind von Mai bis Ende Juni 2018 Jugendliche in Projektgruppen aufgerufen, das Vorkommen von Plastikmüll in und an deutschen Fließgewässern zu erkunden. Die „Plastikpiraten“ sollen herausfinden: Wie viel und welcher Plastikmüll lässt sich dort finden? Wo sammelt sich besonders viel Müll? Welche Rolle spielt die Fließgeschwindigkeit dabei?
„Das Vorkommen von Plastikmüll ist vielerorts noch unerforscht“, sagte Edith Janßen vom RUZ in Huntlosen. Mit wissenschaftlichen Methoden würden die Daten der Jugendlichen von der Kieler Forschungswerkstatt gefiltert und gezählt. Das Ergebnis werde auf einer digitalen Deutschlandkarte dokumentiert.
Bei ihrer Gewässeruntersuchung nahmen die Siebtklässler der Hunteschule zusätzlich auch die Gewässergüte der Flachsbäke im Hölscherholz unter die Lupe. Dabei wurden vorkommende Kleintiere mit Lupen und binokular (stereoskopisch) untersucht sowie chemische Untersuchungen durchgeführt. „Die Ergebnisse der Bioindikatoren zeigten eine mäßige Belastung des Gewässers“, sagte Janßen. Die chemischen Analysen habe einen leicht erhöhten Nitratgehalt belegt.
Die Proben aus dem Analysenetz wurden getrocknet und zur weiteren Mikroplastik-Untersuchung an die Kieler Forschungswerkstatt gesendet. Das Ergebnis wird im Internet auf der Website der „Plastikpiraten“ eingegeben.
