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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Großenkneten

Finanzierung: Kirchengemeinde erfolgreich im Neuland

06.03.2017

Ahlhorn /Oldenburg „Ich habe noch nie etwas geerbt“, gestand der Ahlhorner Pastor Mario Testa, „und plötzlich hatten wir so viel vor Augen.“ Unverhofft wurde die evangelische Kirchengemeinde Ahlhorn vor fünf Jahren Erbin des Vermögens ihres verstorbenen Gemeindemitglieds Marlies Meyer. Doch bis das Vermögen in eine neue Stiftung eingebracht werden konnte, war es ein steiniger Weg.

Alleinstehende Frau

Marie Luise (Marlies) Meyer war eine alleinstehende Frau aus gutem Elternhaus. Oft war sie bei einer Tante zu Gast, die einen Hof in Ahlhorn führte. Meyer, von Beruf Hauswirtschaftslehrerin, erbte den Hof nach dem Tod der Tante und lebte in einem Häuschen auf dem Areal. Als Rentnerin reiste sie viel, unter anderem nach Amerika. „Der Kirchengemeinde war sie stets ganz nah“, berichtete Testa am vergangenen Samstag am Rande eines Stiftungstreffens der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Oldenburg. So habe die gläubige Dame über viele Jahre hinweg dazu beigetragen, dass auch Kinder aus sozial schwachen Familien an den Freizeiten der Kirchengemeinde teilnehmen konnten.

Weit über 80-jährig verstarb Meyer im Jahr 2012. Das Vermögen, darunter auch Immobilien und eine große Waldfläche, fielen an die Kirchengemeinde. Das Einbringen des Vermögens in die neu gegründete Stiftung erwies sich aber als kompliziert. Meyer hatte Geld bei einer Bank in New York angelegt. Nur dank der Mithilfe seines Onkels, der in der US-Metropole lebt, war es möglich, das Geld in mehreren Raten auf deutsche Konten zu bekommen, berichtete Testa. „Es hat vier Jahre gedauert, bis das Geld hier gelandet ist.“

Offiziell wurde die Marlies-Meyer-Stiftung 2015 als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet. Testa ist Vorsitzender des Stiftungsrates, Karl-Heinz Bilger sein Stellvertreter. Die Stiftung wurde bei ihrer Gründung mit einem Stiftungskapital aus der Erbschaft Meyers in Höhe von 800 000 Euro ausgestattet.

2015 und 2016 konnten Drittmittel in Höhe von rund 495 000 Euro eingeworben werden. Am Samstag kam eine weitere Summe dazu: Birgit Osterloh, Vorsitzende des Vergabeausschusses für das Zustiftungsprojekt „Aus 3 mach 4“ der oldenburgischen Kirche, und Fundraising-Beauftragte Tamara Portero überreichten einen Scheck in Höhe von 30 000 Euro. Das Geld dient der Aufstockung des Stiftungsvermögens. Erst zum zweiten Mal habe die Landeskirche im Rahmen des Projekts „Zustiftungen“ die Höchstförderung von 30 000 Euro ausgeschüttet, berichtete Osterloh.

Hofgebäude unterhalten

Die Verantwortlichen wollen behutsam mit den ihnen anvertrauten Mitteln umgehen, zumal laut Stiftungsrecht nur aus den Erlösen gemeinnützige Projekte gefördert werden dürfen. Zum Vermögen der Marlies-Meyer-Stiftung gehöre auch ein unter Denkmalschutz stehendes Hofgebäude. Die sachgerechte Unterhaltung verschlinge erhebliche Mittel, erklärte Bilger. Zudem mussten vier Wohneinheiten aufwendig energetisch saniert werden.

Wie Pastor Testa erläuterte, wolle man in diesem Jahr die Konsolidierung der Stiftung abschließen und hoffe, mit den erwirtschafteten Erlösen ab 2018 Projekte fördern zu können. Für alle sei so eine Stiftung eben „Neuland“.


Das Programm:   www.kirche-oldenburg.de/themen/kirche-geld/bonifizierung-fuer-stiftungen.html 
Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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