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NWZonline.de Grünkohl

Von der Kapelle zum DJ

21.10.2016

Oldenburger Land Ursprünglich begannen im 19. Jahrhundert wohlhabende Geschäftsleute im Oldenburger Land und Bremer Raum mit Pferdegespannen von der Stadt in Landgasthäuser zu fahren, um dort Grünkohl zu verzehren.

Aus dem Pferdegespann ist im Laufe der Jahre ein Bollerwagen geworden, eines der wichtigsten Utensilien für eine Kohlfahrt. Seit den 60er Jahren ist die Kohlfahrt bei Vereinen, Belegschaften, Nachbarschaften oder Familien fester Bestandteil des Jahresprogramms.

Aber wird eine Kohlfahrt heute genauso gefeiert, wie zum Beispiel noch vor 20 Jahren? „Nein“, sagt Manfred Ripken vom gleichnamigen Gesellschaftshaus in Streeckermoor. „Aus einer Kohlfahrt ist eine Kohlparty geworden. Die Kohlfahrer sind heute deutlich jünger!“.

Dieses bestätigt auch Uwe Vosteen, Inhaber vom Landidyll-Hotel Backenköhler in Stenum. „Mit einer Stimmungskapelle brauchen wir heute nicht mehr zu kommen. Unsere Gäste verlangen die Top Hits aus den aktuellen Charts. Wir haben bei unseren Gemeinschaftskohlfahrten DJs und Top-Livebands, die diese Wünsche erfüllen können!“. Bei Ripken in Streekermoor und auch zum Beispiel beim „Drögen Hasen“ in Oldenburg kommen „nur“ noch DJs zum Einsatz.

Um auch Kohlfahrern entgegenzukommen, die zum Beispiel lieber Schlager hören, werden sogenannte Mottokohlfahrten wie zum Beispiel „Schlagerkohlfahrten“, „80iger-Jahre Kohlfahrt“ oder „Ü 40 Kohlfahrten“ angeboten. „Diese Kohlfahrten sind bei uns auch immer ganz schnell ausgebucht!“, so Reinhard Jokic vom „Drögen Hasen“.

Seit einigen Jahren gibt es Gemeinschaftskohlfahrten fast überall zum festen Pauschalpreis. „Gäste können ausgelassener feiern und auch für unsere Mitarbeiter ist es einfacher, wenn nicht immer zwischendurch kassiert werden muss. Allerdings wird beim Pauschalpreis auch mehr getrunken!“, stellt Uwe Vosteen fest. „Als wir den Pauschalpreis noch nicht hatten, wurde oft versucht alkoholische Getränke in den Saal zu schmuggeln. Heute ist es umgekehrt, jetzt wird schon mal versucht eine nicht leer getrunkene Flasche am Tisch am Ende der Feier rauszuschmuggeln!“, stellt Manfred Ripken lächelnd fest. Waren früher Korn und Bier liebstes Getränk, so geht der Trend heute zu den Mixgetränken.

Wie überall bei Veranstaltungen mit vielen Besuchern geht es nicht mehr ohne Security. „Wir haben schon seit vielen Jahren Security im Haus. Bei unseren Gemeinschaftskohlfahrten mit über 1000 Kohlfahrern kann immer irgendetwas sein und dann kann schnell reagiert werden. Unsere Gäste sollen in Ruhe feiern!“, erklärt Uwe Vosteen. Auch das Gesellschaftshaus Ripken greift seit drei Jahren auf die Dienste der Security zurück. „Kohlfahrer wollen heute mit so viel Leuten gemeinsam feiern wie nur möglich: Je mehr, desto besser!“, so Manfred Ripken.

Eines hat sich in den vielen Jahren nicht verändert, der Appetit auf den deftigen Oldenburger Grünkohl mit Pinkel, Kochwurst und Kassler. Für viele ist der Grünkohl in den Wintermonaten eine unverzichtbare Delikatesse. Allerdings auch hier mit einer kleinen Einschränkung: Viele Gaststätten bitten mittlerweile auch ein „Nicht-Kohl-Esser-Buffet“ an. „Früher wurde auf die kleine Anzahl an Nicht-Kohl Essern keine Rücksicht genommen. Die hatten eben Pech!“, erinnert sich Reinhard Jokic.

„Kohlfahrer, die zum Beispiel vor 25 Jahren das letzte Mal eine Kohlfahrt mitgemacht haben, würden heute einen Schreck bekommen!“, stellt Manfred Ripken fest. „Eine Kohlfahrt wird es auch noch in vielen Jahren geben, aber wie überall, bleibt auch hier die Zeit nicht stehen!“, ergänzt Uwe Vosteen.

Alles zum Thema Grünkohl inkl. leckere Rezepte lesen Sie auf unseren Grünkohl-Seiten.

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