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NWZonline.de GustOL

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

10.12.2018

Oldenburg Die Frau vom Nachbartisch schaut irritiert zu mir rüber. Hab ich vielleicht doch etwas zu lange auf ihren Teller geglotzt? Aber kein Wunder heute sieht das Essen so anders aus als vorgestern – besonders eine Zutat: die Süßkartoffelpommes. Da war ich mit Ingrid Immerhungrig zum Vortesten hier in der Kulturlounge Seelig – und es war nicht der Burner.

Die Karte mit den Gerichten.

Das Fleisch vom Roastbeefburger war kalt, nicht mal ansatzweise lauwarm. Die Süßkartoffelpommes total labbrig und beinahe roh und das Chiabattabrötchen auch nicht mehr taufrisch – stattdessen gummiartig. Für 11,90 Euro eine Frechheit. Bei Ingrids Köttbullar mit Kartoffelstampf (8,90 Euro) war es ähnlich: kalt, kalt, kalt! Und das nach einer halben Stunde Warterei! ABER: Man schmeckte, dass die Zutaten eigentlich gut waren, nur schlampig zubereitet. Über die viertelgaren Süßkartoffelfritten gibt es auch ein schönes Beweisvideo unter der Bewertung.

Beim zweiten Test deutlich besser: Das Essen ist richtig warm und vor allem die Süßkartoffel wurden diesmal ordentlich frittiert.

Heute ist Timo dabei und darf als erster an den Burger ran. Und siehe da: Schon an den Fritten sehe ich, dass jetzt ein gewissenhafterer Kamerad den Kochlöffel schwingt. Goldbraun und richtig knusprig, auch das Fleisch ist sehr warm – mit einer leichten rosa Farbnote im Inneren und richtig schön zart. Rind as it best! – Auch vom Geschmack. „Also GustOL, ich war ja auf Schlimmes vorbereitet, doch das hier ist vorzüglich“, sagt Kollege Timo. „Aber ich weiß was du meinst. Hier esse ich häufiger. Meistens ist es gut, aber es gibt auch Tage, na ja…“, erklärt er weiter und zuckt mit einem Grinsen die Schultern.

Meine Köttbullar sind ebenfalls wohltemperiert, und schon eine Nuance besser als die von Ikea. Man sieht allein an der Form, dass diese handgemacht sind. Die Soße ist mild-würzig, hat aber einen leichten Fertig-Fix-Touch. Was mir beim ersten Mal schon gefallen hat, ist die Optik. Schließlich isst das Auge ja mit. Alle Teller sind bunt und raffiniert aufgemacht und machen Appetit – zum Beispiel der Brokkoli. Und er schmeckt auch gut – knackig, frisch aber keinesfalls zu roh.

Ein leckeres Roastbeef-Rezept finden Sie auch bei Muddiskochen.

Auch die Köttbulaar und der Kartoffelstampf waren beim zweiten Test deutlich wärmer.

Als die freundliche Kellnerin uns die Rechnung bringt, macht mein Kollege noch keine Anstalten gehen zu wollen. „Ach, ich bleib noch ein wenig und lese etwas Zeitung bei ´nem Kaffee – das mach ich hier öfter“, sagt Timo. „Ach, ne…!“, fährt es mir raus. „Ja, ich wollte ja nicht zu viel verraten, aber ich fand es hier immer ganz nett. Zwar ist es manchmal mit der Küche etwas Glückssache, doch dieses Industrial chic von der Einrichtung gefällt mir einfach“, erklärt Timo.

Da hat er Recht. Das etwas Raue mit den großen Rohren an der Decke in Kombination mit nüchternem Holz und einigen verspielten Accessoires strahlt eine feine, unkonventionelle Gemütlichkeit aus. Und was die Küche angeht auch. Das spiegeln die zahlreichen unterschiedlichen Bewertungen im Internet auch wider. „Die auch für den Service gelten“, sagt Ingrid bei der Rückkehr von Timo und mir – „ich habe da auch schon so einiges erlebt und gehört“.

Die Bewertung

Essen: 4 von 5

Service/Freundlichkeit: 3,5 von 5

Ambiente: 4,5 von 5

Preis/Leistung: 4 von 5

Fazit: Wenn die Küche nicht gerade schlampt, gibt es hier gutes Essen in einem schicken Ambiente.

Kulturlounge Seelig, Schlossplatz 2, 26122 Oldenburg, Telefon 0441/217 192 35, Mittagstisch von montags bis samstags, 11.30 bis 16 Uhr

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