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NWZonline.de GustOL

Oh, du Ölige

30.04.2018

Oldenburg Wenn es in Oldenburg eine Ecke gibt, die mich kulinarisch bisher immer überzeugt hat, dann ist es die Burgstraße. Das Top-Restaurant „Kleine Burg“, der heimelige „Heimathaven“, der asiatische Preis/Leistungs-Hammer „Tan Binh“ oder Brot-Kunst vom „Knust“ – hier hat mir immer alles gut bis sehr gut geschmeckt. Heute ist Test Nr. 5 an der Reihe: das Burgcafé, das für guten Kuchen bekannt ist. Aber: Kann das Lokal auch mittags mit warmen Gerichten überzeugen?

Bei schönem Sonnenwetter nehmen Kollege Timo und ich im Innenhof Platz – doch dann verfinstert sich etwas – und zwar die Miene meines Begleiters. „Wo ist der Spargel?“, fragt Timo bestimmt, als er mit festem Ziel die Karte scannt. Da kann er lange suchen, er ist nicht auf der Liste, mit den Suppen und Gerichten, die hier zur Mittagszeit angeboten werden. Aber auf der Homepage ist Spargel klar als Tagesgericht ausgewiesen – und die gut gelaunte Kellnerin klärt auf: „Klar haben wir den“, sagt sie und zaubert damit Timo wieder ein Lächeln aufs Gesicht. Schließlich habe ich den Spargelkenner mit diesem Gericht sofort als Co-Tester in der Tasche gehabt.

Während Timo das topaktuelle Saisongemüse mit Salzkartoffeln, Schinken, Champignons und der obligatorischen Sauce Hollandaise ordert (8,90 Euro), nehme ich die Pasta in Trüffelsoße mit Gemüse und Salat (7,50 Euro). Letzteren dürfen wir uns innen von einem kleinen Büffet nehmen. Dabei werfe ich einen Blick auf die Inneneinrichtung. Die Burgcafé-Macher scheinen ein Faible für die Farbe grün zu haben. In der einfachen aber modernen Einrichtung scheint sie immer wieder Stil gebendes Element zu sein. Und: Diese versprüht etwas mehr Atmosphäre als der etwas schlichte Innenhof.

Rezepte für leckere Pasta-Gerichte finden Sie bei Muddiskochen.

Meine wenigen Salatzutaten – mir ist heute nicht so nach gesund – kommen geschmacklich und optisch recht einfach daher, die rot-leuchtende Pasta ist da schon eher ein Hingucker. Vor allem auf dem zweiten Blick, denn der Ölsee, in dem die Nudeln schwimmen, lässt ein mittelschweres Tankerunglück in der Küche vermuten. Auch geschmacklich, ist die Öl-Tomaten-Trüffel-Öl-Öl-Soße gewöhnungsbedürftig. Aber nur am Anfang, als ich den Tomaten-Trüffel-Mix als kulinarischen Widerspruch empfinde. Nach ein paar Minuten Futterei gewöhne ich mich dran – und am Ende schmeckt es mir tatsächlich ganz gut.

…bei näherer Betrachtung sieht man, dass die Nudeln in einem regelrechten Ölsee schwimmen.

„Und Timo…“, frage ich meinen lieben Kollegen, „was macht der Spargel?“ Etwas skeptisch mustert er den weitläufig angerichteten Teller mit den wenigen dünnen Spargelstangen darauf. „Der Spargel ist okay – bissfest immerhin, aber nicht gerade intensiv im Geschmack.“ Kritischer ist Timo mit der Soße. Die Hollandaise zwängt sich nämlich eher puddingartig in das Extrakännchen und gleitet entsprechend zeitlupenartig heraus. Mit einer selbstgemachten Hollandaise hat das nichts zu tun, auch geschmacklich ist sie der Tetrapack-Variante näher.

Rezepte für leckere Spargel-Gerichte finden Sie bei Muddiskochen.

Schade, zumal auch die Kartoffeln auf ihrem Extrateller kaum Salz mitgebracht haben – da muss er noch mal mit dem Streuer ran. Aber vielleicht ist Spargel einfach das falsche Gericht für ein Café, meint Timo. Richtig unzufrieden ist er schließlich trotzdem nicht: Spargel und Kartoffeln sind auch pur eine schöne Alternative für die Mittagspause.

Der Spargel-Teller von Timo.

Insgesamt stellt sich heute nicht das alte Burgstraßengefühl ein. Im Vergleich zu den Nachbarn kann das Burgcafé leider nicht mithalten, obwohl das Essen nicht unbedingt schlecht war. Die Latte liegt hier einfach sehr hoch.

Die Bewertung

Essen: 3 von 5

Service/Freundlichkeit: 4,5 von 5

Ambiente: 3,5 von 5

Preis/Leistung: 3 von 5

Fazit: Mit etwas Geschick ist hier mehr drin. Durchschnittliches Essen, aber freundlicher Service.

Burgcafé, Burgstraße 8, 26122 Oldenburg, Telefon 0441/570 01 08, Mittagstisch Montag bis Sonntag von 11.30 bis 14.30 Uhr, Dienstag ist Ruhetag

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