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NWZonline.de GustOL

Er is(s)t wieder da

27.06.2019

Oldenburg „Ach nee, hab ich doch schon“, winke ich ab, als mich gleich mehrere Kollegen bestürmen, doch den neuen Oldenburger „Hans im Glück“ zu testen. „Das ist doch `ne Kette, da wird sich bestimmt nichts großartig geändert haben, seitdem der Laden hier vor drei Jahren dicht gemacht hat“, erkläre ich – aber es ist zwecklos. Ich werde überredet.

Lesen Sie hier weitere GustOL-Tests

„Das ist ja alles wie beim ,Peter Pane´ hier“, sagt Carlo – mein heutiger Test-Compagnon. „Kein Wunder…“, erläutere ich während wir uns setzen, „…schließlich hat der ,Peter-Pane´-Betreiber früher in Oldenburg und anderen Städten die ,Hans im Glück´-Läden als Franchise-Nehmer geführt. Und war dann so von dem erfolgreichen Edelburger-Konzept angetan, dass er später – nach der etwas schmutzigen Trennung vom Hans – seine eigenen Läden aufgemacht hat. ,Peter Pane´ halt. Auch dort am Waffenplatz.“

Carlos Veganger Burger „Naturbursche“ kommt gut an.

Nachdem der schnelle und freundliche Kellner uns die Karten gebracht hat, diskutieren wir weiter. „Dann hat Pane ja stumpf kopiert“, meint Carlo. „Ja, die Ähnlichkeit ist schon verblüffend und war wohl auch ein Grund für die jahrelangen Streitigkeiten vor Gericht“, sage ich. Aber egal – nun wird gefuttert. Wir gönnen uns jeweils ein Mittagsmenü, das aus dem jeweiligen Wunschburger plus 5,80 für Pommes, ein Kaltgetränk und ein Heißgetränk besteht.

Lesen Sie hier GustOLs „Peter Pane“-Test

Carlo ist Vollzeit-Veganer und angetan, dass es hier gleich sechs Varianten gibt, die komplett ohne tierische Produkte auskommen. Er wählt den Burger „Naturbursche“ (8,90 Euro), der erst seit kurzem die Speisekarte ergänzt. Bei mir darf es ruhig etwas Rind sein, weshalb ich den „Wilder Westen“ nehme. Während Carlo noch für Süßkartoffel-Pommes optiert (1,20 Euro Aufpreis zu normalen Fritten), sind wir uns beim Sauerteigbrötchen einig. Es hätte auch eins mit Mehrkorn sein können – oder komplett ohne Brot.

GustOL mag’s lieber mit Fleisch und nimmt den Burger „Wilder Westen“.

Wir sind überrascht, dass unser Essen schon nach nicht mal 10 Minuten bei uns auf dem Tisch steht – aber wiederum auch etwas enttäuscht, als wir anfangen. „So richtig heiß ist das ja nicht gerade“, mault Carlo. „Ja, weder Burger noch Fritten“, ergänze ich und nehme einen Schluck von meinem „Durstlöscher“ Mango-Minze. Der hat wenigstens die richtige Temperatur. Eiskalt. „Richtig fruchtig!“, stimmt auch Carlo ein. Er entschied sich für den Eistee, der seinem Namen alle Ehre macht.

Alle Burger-Varianten hier haben Tomaten, rote Zwiebeln, Salat und die „Hans im Glück“-Soße drauf. Meiner noch zusätzlich Heumilchkäse, Grillsoße und Röstzwiebeln – was man sich wohl so landläufig unter dem Wilden Westen vorstellt. Auch wenn er etwas wärmer sein könnte, geschmacklich ist er voll in Ordnung. Der Pattie ist nicht trocken und auch nicht gepresst, sondern leicht locker und saftig. Die Grillsoße schmeckt ähnlich wie die Barbeque-Soße auf dem Tisch. Gut, aber einen Tick zu künstlich-rauchig. Die restlichen Zutaten frisch, aber nicht außergewöhnlich.

Was Burger angeht, bin ich vor kurzem in Münster ganz schön versaut worden, denn dort habe ich den besten meines Lebens gegessen. Das Fleisch mega-saftig, alles sehr frisch, qualitativ und nullkommanull künstlich. „Burgercult“ heißt der Laden, der auch noch belgische Pommes serviert. Etwas, was ich in Oldenburg bisher vergeblich gesucht habe. „Tja, dieser ist wirklich gut, aber mit dem aus Münster kann er einfach nicht mithalten“, schwärme ich Carlo vor. „Aber wie schmeckt dein veganer denn so – und was ist da überhaupt drauf?“, frage ich ihn.

„Boah, jetzt kommen aber nicht wieder die Klischee-Fragen, oder?“, stöhnt mein Kollege mit einem gespielten Entsetzen. „Nee, Scherz.“ Der Pflanzenbratling besteht aus Zutaten wie Pilzen, Rote-Beete-Saft, Kokosnuss und Gewürzen sowie Erbsen-, Weizen- und Sojaproteinen. Ergänzt wird der Patty mit Champignons und karamellisierten Zwiebeln. „Eigentlich ziemlich lecker und vor allem seeehr saftig“, erklärt Carlo mampfend, „könnte nur ein bisschen wärmer sein. Schade“, seufzt er. Kleiner Trost für Carlo: Sämtliche Saucen, die auf dem Tisch stehen, sind ebenfalls für die vegane Ernährung geeignet.

Zum Schluss kommt noch unser „Heißgetränk“. Bei mir ist es ein Latte Macchiato. Schmeckt gut, aber bei der Größe muss ich doch etwas schmunzeln, denn es ist wohl der kleinste den ich je gesehen habe. Wie aus der Puppenstube. Mit Schaum rund 0,2 Liter – da musste der Barista aber behutsam agieren. Beim Schreiben ärgere ich mich, dass ich ihn nicht fotografiert haben. Insgesamt schlägt sich der neue „Hans im Glück“ gut – wie erwartet, aber auch nicht besser als der alte oder große Konkurrent „Peter Pane“.

Die Bewertung

Essen: 4 von 5

Service/Freundlichkeit: 4,5 von 5

Ambiente: 4 von 5

Preis/Leistung: 4 von 5

Fazit: Gewohnte „Hans im Glück“-Qualität. Gute Burger, aufmerksamer Service in einem interessanten Ambiente. Und mit rund 15 Euro für ein Burger-Menü im leicht gehobenen Preissegment. Dafür gibt es aber auch Getränk und Kaffee inklusive

Hans im Glück, Lange Straße 76, 26122 Oldenburg, Telefon 0441/97239420, Mittagsmenü bis 17 Uhr

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