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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Stadtteile Haareneschviertel

Gartenpracht lockt Besucher an

19.06.2018

Haareneschviertel Es geschah am 7. September 1978. An einer Londoner Bushaltestelle piksten Unbekannte dem bulgarischen Emigranten Georgi Markow eine Regenschirm-Spitze mit dem hochgiftigen Ricin in die Wade. Der Mann starb vier Tage später an Herzversagen.

Die Samen des Rizin sind hochgiftig; ein einziger Same kann einen Menschen töten. Gleichwohl ist Rizinusöl, das aus den gepressten Samen gewonnen wird, ein oft verwendetes Abführmittel.

Wie kommt’s? Eine Schautafel in der Ausstellung „Giftpflanzen – verteufelt, verlockend, verflixt“ gab die Erklärung: Beim Kaltpressen bleibt das Gift im Schrot zurück.

Bei vielen Pflanzen sei die Dosis entscheidend, erfuhren die Besucher beim Schautag am Sonntag im Botanischen Garten. Zwischen „tödlich“ und „heilsam“ verlaufe oft nur ein schmaler Grat.

Ein aktuelles Thema greift die zweite sehenswerte Ausstellung auf, die im Sommer im Botanischen Garten zu sehen ist – Heilpflanzen und ihre vielfältigen Wirkungen auf unterschiedliche Leiden.

Lebhaftes Besucherinteresse fand ein Stand zum Thema Apitherapie, die medizinische Verwendung von Bienenprodukten. Honig und andere Produkte aus dem Bienenvolk spielen in der Naturheilkunde eine wachsende Rolle.

Dass zwischen Nektar verschiedener Pflanzen große Unterschiede bestehen, veranschaulichte Mareike Student. Die Biologie-Studentin führte vor, dass Apfel-Blüten zum Beispiel einen Zuckergehalt von bis zu 87 Prozent haben. Die Klettertrompete kommt noch nicht einmal auf zehn. Mit einem Refraktometer konnten die Besucher selbst messen.

„Ich bin sehr zufrieden“, bilanzierte der Leiter des Botanischen Gartens, Professor Dirk Albach. Organisation und Ablauf hätten sich in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis und Naturschutzverbänden bewährt. Schon an diesem Mittwoch, 20 Uhr, steht ein weiterer Termin bevor. Ein Konzert unter dem Titel „B-Rhapsody – Tag der Bienen und Hummeln“ macht auf das Bienensterben aufmerksam. Drei Gärten – der Botanische Garten Oldenburg, de Kruidhof in Buitenpost (Niederlande) sowie das Ökowerk Emden – wirken mit. Der Eintritt ist frei.

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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