HANNOVER/HAMBURG - Container-Chaos im Hamburger Hafen: Lastwagen stauen sich auf den Zufahrtsstraßen und im Hafengebiet. Waren können nicht rechtzeitig umgeladen werden, zudem steigt die Luftverschmutzung. Abhilfe soll ein modernes Container-Taxi schaffen, das auf der Logistikmesse CeMAT in Hannover präsentiert wurde.

Die „Port Feeder Barge“ kann Container schnell und günstig zwischen wartenden Schiffen hin und her transportieren. Solche Container-Taxen gibt es zwar bereits im Hamburger Hafen. Doch die neue Barge ist ihren Konkurrenten weit voraus. „Das Schiff ist selbstfahrend und hat einen eigenen Kran“, erklärt Entwickler Ulrich Malchow die Vorzüge seiner 64 Meter langen und 21 Meter breiten Konstruktion. Damit kann der Schubleichter die Container selbst verteilen und einsammeln – auf Hafenkräne ist die „Port Feeder Barge“ nicht mehr angewiesen, Liegeplätze werden frei.

An diesem Punkt mussten gewöhnliche Feederschiffe immer klein beigeben, ein Kran hätte die Boote zum Kentern gebracht. „Da haben wir das neue Schiff eben um den Kran herum entwickelt“, erzählt Malchow stolz. „Weltweit einmalig“ sei sein Projekt, sagt der Entwickler. Auf der CeMAT sei das Schiff auf großes Interesse gestoßen. Denn die „Port Feeder Barge“ soll nicht nur im Hamburger Hafen schwimmen, auch andere Häfen hat Malchow im Visier. Die Reeder jedenfalls sind Feuer und Flamme: „Wir begrüßen es sehr, wenn der Hafenumschlag umweltfreundlicher und schneller wird“, sagt Max Johns vom Verband Deutscher Reeder. „Jede Stunde, die wir auf der Straße verbringen, verlieren wir Geld.“ Umweltschützer freuen sich über die geringere Schadstoffbelastung.

Auch zwei Bundesministerien hat Malchow auf seine Seite gezogen: Seine „Port Feeder Barge“ ist ein gemeinsames Förderprojekt des Bundesumwelt- und des Bundesverkehrsministeriums. Allein das Bundesumweltministerium hat bisher 894 000 Euro gezahlt. „Mit diesem Vorhaben soll gezeigt werden, wie vorteilhaft die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf den Wasserweg ist“, begründet die Behörde das Sponsoring. Doch das Projekt ist ins Stocken geraten. Die Werft, die das Container-Taxi bauen sollte, ging in die Insolvenz. Nun müssen die Fördergelder erneut beantragt werden. „Vor 2010 wird das nichts“, ahnt Malchow. Und so langsam werden die Reeder ungeduldig. „Ich muss durch den Hafen fahren und mich entschuldigen.“