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Handball Abbingh lässt lange Leidenszeit hinter sich

Oldenburg/Baia Mare - Lois Abbingh wirft wieder Tore. Fünf waren es am vergangenen Sonntag in der Champions League, als die Handballerin mit ihrem rumänischen Verein HCM Baia Mare beim schwedischen Vertreter IK Sävehof mit 28:26 gewann. Dass die 22-jährige Niederländerin, von 2010 bis 2014 Leistungsträgerin beim VfL Oldenburg, wieder spielt und trifft, ist beileibe keine Selbstverständlichkeit.

Meniskusriss im linken Knie im November 2012, Kniescheibenverrenkung im Sommer 2013, Meniskusriss im März 2014 und die zusätzliche Diagnose, dass die hinteren Kreuzbänder zu schwach sind – einem der größten Talente Europas im linken Rückraum, wie ihr früherer Oldenburger Trainer Leszek Krowicki sie bezeichnete, drohte sogar das Karriere-Aus.

Jetzt, neun Monate nach ihrer letzten schweren Verletzung, ist Abbingh wieder da. „Ich fühle mich richtig gut und habe keine Probleme mit dem Knie. Ich hoffe, dass es nun endlich vorbei ist“, sagt die Niederländerin. Am 11. Januar dieses Jahres hatte ihre Leidenszeit ein Ende. In der Liga-Partie gegen Craiova ging Abbingh wieder auf Torejagd. Und warf gleich mal sechs Treffer. „Ich bin noch nicht wieder auf dem Niveau, auf dem ich vorher war. Aber körperlich fühle ich mich gut“, sagt sie bescheiden. Sechs Spiele hat sie in den vergangenen drei Wochen bereits bestritten und 40 bis 50 Minuten Einsatzzeit pro Partie gehabt.

Täglich in der Reha

Diese Leistungen sind ein Ergebnis von Trainingsfleiß und Disziplin. Täglich kämpfte Abbingh in den vergangenen Monaten für ihr Comeback. Schweißtreibende Reha, aber kein Handball – ein Albtraum für jeden Sportler. „Es war eine harte Zeit. Aber dadurch, dass ich im Sommer nach Rumänien in ein neues Land gegangen bin, ging es vielleicht ein bisschen schneller vorbei“, sagt Abbingh.

Mit 18 Jahren war die in Groningen geborene Handballerin von E&O Emmen nach Oldenburg gewechselt. In vier Jahren unter Trainer Krowicki wuchs sie zu einer der treffsichersten Rückraum-Spielerinnen der Liga heran, musste aber immer wieder Rückschläge aufgrund von Verletzungen hinnehmen. Im Frühjahr 2014 entschied sie sich, Oldenburg zu verlassen, um etwas Neues zu wagen.

Nun lebt Abbingh seit etwa einem halben Jahr im Nordwesten Rumäniens, in der rund 123 000 Einwohner zählenden Stadt Baia Mare. „Hier ist alles ein wenig älter, aber auch sehr schön“, erzählt sie. Vor allem an den Verkehr dort musste sie sich erst einmal gewöhnen: „Irgendwie alles ein bisschen stressiger. Mit weniger Regeln“ sagt Abbingh.

Der Kontakt nach Oldenburg ist nach wie vor ungebrochen. Mit Torhüterin Tess Wester, mit der die 22-Jährige zusammen in der niederländischen Nationalmannschaft spielt, kommuniziert sie beinahe täglich. Auch zu ehemaligen Mitspielerinnen wie Julia Renner und Wiebke Kethorn hat Abbingh regelmäßig über das Handy Kontakt.

„Ich gucke mir gern die Spiele des VfL im Internet an, wenn es die Zeit zulässt“, berichtet die Ex-Oldenburgerin. So habe sie zuletzt die Heimpartie gegen TuS Metzingen oder das Auswärtsspiel beim HC Leipzig verfolgt.

„Der VfL hat ein sehr eingespieltes Team. Mit Caroline Müller auf Rückraum Mitte passt das sehr gut. Ich freue mich für den Verein, der eine so gute Saison aufgrund der Abgänge im Sommer wohl nicht erwarten konnte“, sagt Abbingh.

Erst im Dezember 2014, als sie zwei Wochen Urlaub hatte, nutzte die Niederländerin die Zeit und reiste für zwei Tage nach Oldenburg. Und trainierte sogar einmal beim VfL mit: „Das hat natürlich großen Spaß gemacht.“

In Rumänien spitze

In Rumänien hat die 22-Jährige einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Derzeit steht HCM Baia Mare auf Platz eins der Tabelle, wird sich laut Abbingh wohl ein Duell mit CSM Bukarest um den Titel liefern. „Die rumänische Liga ist in der Spitze stark, aber nicht so ausgeglichen wie die deutsche Liga“, erzählt Abbingh, die sich vor allem auf weitere Höhepunkte in der Champions League freut: „Wir reisen dadurch viel und sehen andere Länder. Das ist toll.“ In der engen, rund 2000 Zuschauer fassenden heimischen Halle sei das Team sehr stark. „Ich würde hier nicht gern als Gast spielen“, gibt die Niederländerin zu.

Und sehen die Oldenburger Fans ihre Treffsicherheit irgendwann wieder im Trikot des VfL? „Vielleicht“, sagt Abbingh lachend, „schließlich liegt Oldenburg in der Nähe meiner Heimat Groningen. Aber jetzt bin ich erst einmal glücklich in Rumänien – und dass mein Knie hält. Alles andere wird man sehen.“

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion
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